Das Geschäft mit den Anzeigen:
Die 2 wichtigsten Beauty-Verlage antworten

Als ziel- und erfolgsorientiertes junges Unternehmen gehört eine einfallsreiche Markenstrategie an den Anfang jeder Gründung. Vor allem zu Beginn ist das Ziel vieler Unternehmen, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen und in Kontakt mit ihrer Zielgruppe zu treten. Dabei gilt es sich zu entscheiden, welche Plattformen man für seinen Markenauftritt wählt. Entscheidungsfaktoren sind hier sicherlich die Reichweite des jeweiligen Mediums, welche Konsumenten angesprochen werden können sowie die Kosten. Neben PR Strategien, Influencer Marketing, Social Media stellt auch die klassische Werbung in Form von Print-Anzeigen nur eine Option dar. Diese Marketingplattform hat historisch gesehen einen recht hohen Einstiegspreis und Neugründer fragen sich, ob sie sich das leisten können. Beauty Independent hat mit 2 großen Verlagshäusern in Deutschland, Condé Nast Germany und Hubert Burda Media gesprochen um  einen Überblick über neue digitale Formate, Events und weitere Kooperationen zu geben.

 

Welche Möglichkeiten bieten Verlage für die Platzierung von Anzeigen junger Beauty-Brands?

„Condé Nast Germany sucht immer nach Newcomern und Indie Beauty-Brands, denen wir die Chance bieten, sich mit individuellen, skalierbaren Lösungen auf unseren Plattformen neben den Big-Playern der Branche zu positionieren“, heißt es von Condé Nast Germany. „Für das Glamour Beauty Festival 2019 hat unsere Redaktion eine Green Corner für  junge Naturkosmetik-Labels zur Verfügung gestellt. Wichtig ist uns eine langfristige, nachhaltige Partnerschaft, die sich für beide Seiten lohnt.“

Auch der Hubert Burda Verlag bietet verschiedene Optionen, um junge Beauty-Marken zu inszenieren – über die Platzierung klassischer Anzeigen hinaus. „Zum Beispiel Kooperationsmöglichkeiten im Event-Bereich wie bei der InStyle Lounge während der Berlin Fashion Week, die sich stark auf Influencer fokussiert, und damit auf eine gerade für Independent-Brands interessante Zielgruppe“, erzählt Birgit Böhm, Head of Client Services Beauty bei Burda Community Network. „Kleinere Marken nutzen diese Möglichkeit gerne, weil sie mit vergleichsweise wenig Budget schon viel erreichen. Auch digital, etwa mit nativen Werbemöglichkeiten, sowie im Influencer Marketing sind die Optionen vielfältig.“

 

Ein Überblick: Print-Anzeigen und digitale Vermarktungsformen

„Klassische Media-Anzeigen haben einen hohen finanziellen Wert, der besonders für junge Start-ups nur schwer zu stemmen ist und oftmals gar nicht auf deren Markenstrategie einzahlt“, erklärt Condé Nast Germany weiter. Eine Print-Anzeige im Hauptheft der deutschen Vogue startet je nach Größe und Platzierung bei 16.500 Euro und kann bis in den sechsstelligen Bereich reichen. So buchen Luxusmarken wie Chanel, Gucci oder Valentino diese Anzeigen. Jährlich in der November-Ausgabe legt Vogue das Supplement Vogue Beauty bei; die Preise sind hier ähnlich.

Interessant für Indie-Brands ist das Magazin Glamour, das sich an eine luxusorientierte Konsumentin mit einem großen Interesse für Neues im Bereich Mode und Beauty richtet. Eine 1/1 Seite kostet 34.500 Euro, wie es online in den Mediadaten steht. Darüber hinaus bietet  Glamour viele digitale und erlebbare Formate für Indie-Brands: „Im digitalen Bereich eröffnen sich neue Möglichkeiten: Wir können Marken im gehobenen Umfeld konsistent an verschiedene mediale Touchpoints der Customer Journey bringen.“

So hat die Marke Anfang 2019 den Podcast #twentysomething Powered by Glamour mit der Bloggerin und Influencerin Lina Mallon lanciert. Direkten Zugang zur Zielgruppe erhält man entweder durch eine klassische Produktplatzierung oder einem für das Produkt angepasste Sponsored-Podcast. Ergänzend dazu bietet Glamour Brand Experiences wie das Beauty Festival, das 2020 in München, Hamburg und Düsseldorf stattfinden wird. „Hier lassen sich Produkte direkt am Endkunden testen und so nachhaltige Beziehungen aufbauen.“

Auch InStyle – eine Publikation des Burda Verlags – bietet digital die Möglichkeit einer bezahlten Kooperation. „Die Schaltung von Advertorials lohnt sich immer, wie beispielsweise den ‚InStyle Beauty-Tipp‘. Auf diesem Weg kann man die Indie-Brand erklären, über deren USP aufklären, somit für Awareness sorgen und zugleich den Empfehlungscharakter und die Strahlkraft der Marke InStyle nutzen“, erklärt Birgit Böhm, Head of Client Services Beauty bei BCN.

 

FRau Brigitte Böhm
Birgit Böhm, Head of Client Services Beauty bei BCN (Burda Community Network). courtesy of BCN

 

Wie findet man das richtige Medium für seine Indie-Brand?

Am Anfang können die vielen Optionen rund um Media-Anzeigen erstmal unübersichtlich wirken. Dafür haben die Verlage Condé Nast Germany und Hubert Burda Media ihre eigenen Agenturen speziell für individuelle Kommunikationslösungen und können so beratend zur Seite stehen: Das Condé Nast Creative Studio entwickelt Print- und Digital-Kampagnen in der Handschrift des Verlages. Print ist laut dem Unternehmen die DNA. Burda Community Network (BCN) ist der Vermarkter von Hubert Burda Media und bietet Full-Service Kampagnen-Management. Unter Berücksichtigung der Audience, der Anforderung der Brand und des Budgets können so gemeinsam Konzepte entwickelt werden.

Um sich einen Überblick in der Medienlandschaft zu verschaffen und relevante Medien einzugrenzen, kann man sich als UnternehmerIn eines Indie-Brands folgende Fragen stellen: Welche Werbewirkung erwarte ich? In welchem Umfeld möchte ich meine Brand positionieren? Wo platzieren ähnliche Brands Ads und warum? Welche Konzepte unterstützen meine Markenstrategie? Welches Budget kann/will ich investieren?

Generell lässt sich sagen: Kooperationen mit kleinen Verlagen oder Indie-Magazinen sind kostengünstiger als mit internationalen Luxus-Publikationen. Auch der Blick auf Auflagen und Visits kann bei der Entscheidung helfen. Ein Beispiel: Eine 1/1 Anzeige kostet im Magazin Blonde 6.500 Euro, Display Ads beginnen bereits ab 19 Euro. Digitale Vermarktungsformen geben Beauty-Brands mit wenig Budget eine Bühne und können Awareness schaffen. So lässt sich mit dem steigenden Wachstum und Bekanntheit der Marke auch die Werbeform weiter ausbauen.

 

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