Für diese fünf Brands ist Inklusivität kein Marketing-Move, sondern Daseinsberechtigung

Wir werfen einen Blick auf fünf Brands aus den USA, die Inclusivity nicht als Marketing-Tool ausnutzen, sondern als Kern der Marke, als raison d’être, verstehen und umsetzen.

 

Alikay Naturals

Alikay Naturals steht für das Tragen natürlicher Haare bei Schwarzen Frauen. Die Brand wurde von Rochelle Graham-Campbell gegründet, die mit ihren Vlogs rund um das Pflegen und Stylen natürlicher Haare bekannt wurde. Damals war sie 22 Jahre alt und kämpfte sich durch ihr Jura-Studium. Nur vier Jahre später, mit 26, ernannten die Medien sie zur „Beauty Pioneerin“ und Graham-Campell gilt seither als Expertin für textured hair.

Alikay Naturals gehört zu einer der Top-Brands im Natural-Hair-Segment.

Die Produkte von Alikay Naturals bestehen aus reichhaltigen und Bio-Inhaltsstoffen, die die Haarstruktur in der Tiefe nähren sollen. Die Brand hat sich zu einer der beliebtesten Marken für Haarpflege entwickelt, die in allen großen Märkten in den USA – etwa Target, Walmart und CVS – zu finden ist. Darüber hinaus gibt es die Produkte weltweit in über 150 Indie Stores, beispielsweise in Ländern wie Jamaika oder Ghana. Alikay Naturals wurde in den letzten 12 Jahren zu einer Multi-Millionen-Dollar-Brand.

„Manchmal, wenn Leute das Wort „Nische“ hören, denken Sie, es seit etwas Schlechtes. Doch eine Nische zu haben kann einem wirklich helfen, zu wachsen, besonders wenn man in einem Space agiert, der von vielen nicht bedient wird“, sagt Rochelle Graham-Campell in einem Interview mit Forbes. Sie hat zudem ein Buch geschrieben mit dem Titel „90 Days to CEO“, ist eine gefragte Panelistin und berät andere GründerInnen.

Elysian Cosmetics

Inklusivität im Luxus-Beautysegment? Auch das sollte Standard sein, finden die Gründer von Elysian Cosmetics David Rodrigues und Michael Putman. Ihre Brand denkt und agiert über alle Altersgruppen, Geschlechter und Hauttöne hinaus. Die beiden Make-up-Artists gründeten die Marke 2016, nachdem sie in ihren Jobs immer wieder feststellten, dass Prestige Beauty ein Ort der Exklusivität, und eben nicht der Inklusivität ist.

Die Produkte sind vegan und tierversuchsfrei, gelten als „clean“ aber nicht komplett „natural“: „Es gab eine große Nachfrage nach Produkten im Clean-Beauty-Space, die nicht einfach nur vollkommen natürlich sind. Es gibt nämlich viele Inhaltsstoffe in Naturkosmetik, die genau so irritierend für die Haut sein können, wie chemische Stoffe“, so Co-Gründer Michael Putman gegenüber Beauty Independent.

Darum entwickelten sie eine High-End-Produktlinie, die sie selbst als „die nächste Generation der Luxus-Brands“ sehen. Das Flügel-Logo gilt dabei als Symbol für die drei Eckpfeiler der Brand: Innovation, Bio-Kompatibilität und Inklusion.

Honey Baby Naturals

Honey Baby Naturals wurde von Aisha Ceballos-Crump gegründet. Sie ist Mutter von drei Kindern und wollte Produkte kreieren, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Haare ihrer Sprösslinge gerecht werden. Entstanden ist eine Marke, die für jegliche Haartypen und –Texturen das passende Produkt hat – ob für Kinder oder Erwachsene. „Als ich gestartet bin war mein Fokus auf beschäftigten Müttern mit multikulturellen Familien. Aber auch Großmütter, Männer und Frauen unterschiedlicher Ethnien lieben unsere Produkte“, so die Gründerin.

Honey Baby Naturals richtet sich an Kinder und Erwachsene mit “mixed, textured hair”.

Honey Baby Naturals gilt als „woman of color-led hair care specialist“, die Formulierung hat die Self-Made-Entrepreneurin mit puerto-ricanischen Wurzeln einem Rezept ihrer Großmutter entnommen. Wie es der Name schon vermuten lässt ist Honig der allentscheidende Super-Inhaltsstoff.

Le Wand

Nicht nur Hautpflege- und Make-up-Brands müssen inklusiver werden, auch die Sexual-Wellness-Industrie legt erst langsam alte Muster ab. Ein Label, das diesen Wandel vorantreibt, ist Le Wand. Als von Frauen gegründetes Unternehmen designt die Brand Vibratoren und Sex-Spielzeug für alle Körper.

Gründerin Alicia Sinclair verfügt über mehr als 16 Jahre Erfahrung in der Sexual-Intimacy-Industrie und weiß genau, worauf es ankommt, um eine solche Brands ins Jetzt zu holen. Das Wichtigste: Dass sich jede Frau und jeder Mann widergespiegelt sieht, sowohl auf Seite des Contents wie auch in der Bildsprache. Das Unternehmen setzt dabei auch auf Aufklärungsarbeit und Informationsvermittlung via des eigenen Blogs „Rumble & Buzz“.

Spktrm Beauty

Das Hauptziel von Skptrm Beauty? Mit alten Rollenbildern, Messages und Praktiken in der Beauty-Industrie brechen. Die Make-up-Brand von Jasmin Glass verzichtet seit Anbeginn auf das Retouchieren von Models in Kampagnenbildern und unterstützt aktiv Organisationen, die benachteiligten Frauen und Jugendlichen sowie der LGBTQIA+ Community helfen. Das Label stellt den Status quo in Frage und definiert Beauty Standards neu.

Menschen unterschiedlicher Herkunft, sexueller Identität und Körpergröße werden bei Spktrm Beauty zelebriert und in den Fokus gestellt. Darüber hinaus arbeitet das Label an einer neuen Technologie, die mithilfe von programmierbaren QR Codes auf den Verpackungen eine Autobeschreibung ermöglichen soll. Damit sollen auch Menschen mit schwächerem Sehvermögen oder Blindheit Zugriff auf die Produkte haben. Bereits jetzt sind die Lippenstifte der True Nude Lip-Kollektion mit der Brailleschrift versehen.