Was passiert, wenn das Label Ihr Baby ist, Sie zudem auch noch Mutter oder Vater eines echten Baby sind?

Wie lässt sich die Karriere mit der Mutter- oder Vaterrolle verbinden? Das wollten wir von diesen 12 Entrepreneuer/innen für diese Edition von Keine dumme Frage wissen!

CHELSEY WANG Chelsey Wang, Gründerin von Skincare With No Secrets

Nach der Geburt an den Arbeitsplatz zurückzukehren, ist nicht so einfach. Gefühlsmäßig bin ich oft hin und hergerissen zwischen dem Wunsch, mit den Babys zusammen sein zu wollen (zwei Kinder 18 Monate auseinander) und unser Business weiter auszubauen. 

Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, wie wir beides prima verbinden können: Im Erdgeschoss haben wir ein Home-Office eingerichtet, in dem einer von uns (entweder mein Mann oder ich) normalerweise von Montag bis Freitag, von 9 bis 17 Uhr, seine Arbeit erledigt. 

Wir wechseln uns oft ab. Der eine ist bei den Kindern, der andere arbeitet im Büro. Auf diese Weise haben wir das Gefühl, dass weder die Babys noch das Unternehmen leidet. Es ist schön, aber auch anstrengend, das Gleichgewicht zwischen der Betreuung und Erziehung der Kinder und dem Aufbau des eigenen Business zu halten. Trotzdem genießen wir jede Minute.

JULIA TEREN Gründerin von Thesis Beauty

Das Wichtigste ist die Auswahl der richtigen Betreuungspersonen und die Priorisierung der Aktivitäten. Vor kurzem habe einen ich im Radio den Satz einese Psychologens aufgegriffen:  Wenn du bei der Arbeit bist, denke nur an die Arbeit, wenn du mit deinem Kind zusammen bist, denke an dein Kind. Diese Aussage änderte sofort meinen Betrachtungsweise, sie machte mich viel weniger ängstlich und erzeugte einen Dominoeffekt, der sich durch viele Bereiche in meinem Lebens zieht.

JESSECA DUPART Gründerin von Kaleidoskop Hair

Ich bin das, was viele als einen Workaholic bezeichnen. Meine Arbeit macht mir so viel Spaß, dass ich während meiner Schwangerschaft weiter gearbeitet habe, selbst als die Wehen eingesetzt hatten. Nach der Geburt meines jüngsten Sohnes nahm ich mir nur eine kurze Auszeit. Als ich wieder anfing zu arbeiten, fühlte ich mich gleich wieder zu Hause, und war sofort wieder voller Elan mit dabei.

JULIANNE ROBICHEAU Gründerin von Robi Luxury Skin Care

Als meine Tochter ein Jahr alt war habe ich mein Business gelauncht. Ein Jahr später war ich mit Baby Nummer zwei schwanger und hatte alle Hände voll zu tun, immer noch von zu Hause aus alles erledigt zu bekommen. Mutterschaftsurlaub habe ich nicht genommen. Meine Älteste ist jetzt in der Schule, und es ist nun ein wenig einfacher, die Arbeitsabläufe zu verwalten. Ich bin froh, dass die Leute, mit denen ich zusammenarbeite, sehr verständnisvoll und hilfsbereit sind, wenn ich bei unseren Treffen ein oder zwei Kinder im Schlepptau habe. 

Mein Geschäft von zu Hause aus zu führen und sich gleichzeitig um meine Kinder zu kümmern, ist manchmal durchaus stressig. Doch ich liebe es, ihnen zeigen zu können, dass es möglich ist. Manchmal stelle ich mir mein Leben ohne mein Label vor, und ich denke an die ganzen Freiheiten, die ich plötzlich hätte, aber ich weiß auch, dass ich meine Arbeit absolut vermissen würde. Ich würde es definitiv bereuen. Meine Arbeits-/Elternsituation ist natürlich manchmal schon sehr einschränkend. Spontan kann ich nur selten sein, aber dafür kann ich kreativ sein und auch mal andere Wege gehen.

MICHELLE RANAVAT Gründerin von Ranavat Botanics

Ich kann nicht behaupten, dass es einfach ist, eine Familie zu haben und gleichzeitig zu arbeiten. Aber: es lohnt sich! Ich glaube, die Planung und Organisation sind die zentralen Voraussetzungen dafür, dass man so viel Arbeitszeit wie möglich im Tagesablauf unterbringen kann. Es ist auch sehr wichtig, sich bei Bedarf auf Familienmitglieder verlassen zu können. 

Ich erinnere mich noch genau, als ich nach Chicago geflogen bin, um meine Jungs bei meinen Eltern abzusetzen, weil ich für eine Geschäftsreise nach Indien musste. Obwohl es etwas umständlich war, fühlte ich mich wirklich gut, dass sie Zeit mit ihren Großeltern verbrachten, während ich arbeitete.

JOI RUDD Gründerin von Amala Beauty

Nach der Geburt meiner drei Babys war die Rückkehr in die Berufstätigkeit definitiv mit Erfolgsgefühlen, aber auch mit Herausforderungen verbunden. Ich persönlich finde, dass meine Arbeit ein wichtiger Nährboden für Kreativität und Interaktion mit Erwachsenen ist, der meiner gesamten Lebenssituation mehr Farbe verleiht. Ich habe das Glück, oft von zu Hause aus arbeiten zu können. Dank dieser Flexibilität kann ich meinen Job erfüllen und gleichzeitig für meine Familie da sein. Das erfordert ein großes Maß an Selbstverantwortung und Selbstachtung, dass heißt sich auch um sich selbst zu kümmern und sich Zeit für die eigene Fitness, Freizeit und die eigenen Bedürfnisse zu nehmen. 

Als berufstätige Mutter ziehe ich meine Kraft aus Yoga, das ich seit über einem Jahrzehnt regelmäßig praktiziere und für mich immer eine Quelle des Ausgleichs ist. Es geht darum, Stärke und Gelassenheit gleichermaßen zu entwickeln. Ausdauer und ein hartes Stück Arbeit mit Beruf und Familie auf der einen Seite  und Loslassen auf der anderen Seite, in dem Wissen, dass ich immer mein Bestes gegeben habe. 

Ich glaube, wir denken meistens, wenn im Leben erst einmal alles in Ordnung ist, finden wir Frieden, aber eigentlich ist es genau umgekehrt. Wenn wir endlich Frieden schließen und akzeptieren, dass das perfekte Leben eben nicht perfekt ist, dann fügt sich alles wie von selbst. Als berufstätige Mutter und Unternehmerin mit drei Kindern unter sechs Jahren hilft mir diese Erkenntnis immer wieder und lässt mich weitermachen.

NATASHA JAY Gründerin von Pump Haircare

Es war hart. Es gibt immer noch Tage, an denen ich mich sehr schuldig fühle, weil ich nicht die ganze Zeit da bin. Ich arbeite vie und selbst zu Hause schwirren mir immer noch E-Mails im Kopf herum oder mir fällt noch eine Last-Minute-Bestellung ein. Trotzdem achte ich immer darauf, dass ich mir die Zeit nehme, die ich nur mit meinem Sohn verbringen möchte. Dann liegen auch alle Geräte beiseite.

CONNY WITTKE Gründerin und CEO von nügg

Ich bekam meine Kinder, als ich CEO bei Tweezerman war, und ich ging sehr bald wieder meinem Job nach. Ich hatte das große Glück, dass mein Mann zu Hause bleiben konnte.

In den ersten Wochen nach der Geburt meiner Tochter brachte mein sie tatsächlich mehrmals täglich zu mir ins Büro, damit ich sie stillen konnte. Und da ich aufgrund meines Jobs international viel unterwegs war hatte, haben sich die beiden in den ersten Jahren ziemlich gut durchgeschlagen.

TAMARA MAYNE Inhaberin des Brooklyn Candle Studio

Ich kehrte überhaupt nicht an den Arbeitsplatz zurück. Ich stellte Mitarbeiter ein, an die ich einen Großteil meiner Aufgaben delegiert. Alles andere habe ich von zu Hause erledigt und als mein Sohn schlief. Ich bekomme auch etwa jeden zweiten Monat Unterstützung von meiner Mutter. Mein Mann arbeitet ein bis zwei Tage die Woche von zu Hause aus, damit ich mehr Zeit zum Arbeiten habe.

TRISHA WATSON Gründerin von Trisha Watson Organics

Nach meinem ersten Baby kehrte ich zur Arbeit zurück, als ich die Linie auf den Markt brachte. Die Linie wurde während meines Mutterschaftsurlaubs fertiggestellt, und genau zu diesem Zeitpunkt erfuhr mein Unternehmen eine ganz neue Dynamik. Harte Arbeit, Geschäftssinn und Ausdauer spielten eine wichtige Rolle, sodass ich am Ende einen Platz auf einem bekannten Bio-Markt in der Innenstadt von Spokane erhielt. Hier verkaufte sich meine Hautpflege durchgehend gut, was für ein regelmäßiges Einkommen sorgte, während ich mit meinem Baby zu Hause war und mich um die Familie kümmerte.

PILAR QUINTERO Gründerin von Care Skincare

Nun liegt meine letzte Schwangerschaft schon neun Jahre zurück. Ich bin Mutter von vier Kindern zwischen neun und 25 Jahren. Dies ist gerade meine erste Erfahrung als Unternehmerin. Also ich glaube, ich bin der lebende Beweis dafür, dass es nie zu spät ist, die eigenen Karriereträume wahr werden zu lassen.

PETER SCHAFRICK Gründer von Schaf Skincare

Eigentlich hatte meine Frau ja das Baby. Ich war nur mit dabei, sozusagen. Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie ich zum ersten Mal Vater wurde. Es war sehr emotional. Ich hatte großen Respekt und große Angst zugleich, und verliebte mich dabei ich sofort in dieses kleine Geschöpf.

So sehr ich auch dachte, ich sei bereit dafür, so schnell wurde mir doch auch klar, dass es unmöglich war, sich darauf vorzubereiten. Und diese kitschigen Klischees von Freunden und Familie wurden plötzlich wahr. Wie ich sowas hasse.

Ich kehrte also zur Arbeit zurück, begleitete von einem Gefühl der Verletzlichkeit. Ich hatte nun die zusätzliche Verantwortung als Vater, und ich war überrascht, wie schnell sich die Schutzinstinkte einstellten. Das erste Mal ein Baby zu bekommen, hieß, es geht nicht mehr nur um mich und meine Frau. Diese väterlichen Instinkte überraschten mich ein wenig, und ich war erstaunt darüber, wie selbstlos ich wurde. Ich wollte das jetzt nicht vermasseln, denn ich habe das ja vorher noch nie zuvor gemacht. Außerdem ist mir das kleine Geschöpf ans Herz gewachsen.

Als ich dann etwas mehr Erfahrung als Vater gesammelt hatte, wurde ich selbstbewusster und genoss die tägliche Entwicklung meiner Tochter zu beobachten. Ich freute mich immer öfter, wenn ich früher nach Hause fahren konnte, und ich lernte, mich selbst und mein Geschäft nicht mehr allzu ernst zu nehmen. Wir haben jetzt viel mehr vom Leben, und ich habe (endlich) gelernt, ein gesünderes und ausgewogeneres Leben führen, das Beruf und Familie vereint.