heygreenbeauty.com ist Deutschlands erste plastikfreie Online-Destination mit reinem Beauty-Fokus

Die Nachfrage und das Angebot von plastikfreien Produkten wachsen stetig, doch im Beauty-Kosmos fehlte im deutschsprachigen Raum ein dafür spezialisierter Marketplace. Mit heygreenbeauty.com haben Sarah Schneider und Michael Stehr im Sommer 2019 eine Plattform geschaffen, die diese Lücke schließt. Und die beiden Gründer gehen sogar noch einen Schritt weiter: Alle angebotenen Produkte und Brands erfüllen nicht nur das Kriterium „plastikfrei“, sondern sind darüber hinaus auch noch cruelty-free, vegan, natürlich und vorzugsweise „indie“.

 

Das Sortiment ist überschaubar. Eine Handvoll Brands bieten Sarah Schneider und Michael Stehr aktuell in ihrem Online-Shop an. Erstens, weil sie heygreenbeauty.com erst vor knapp sechs Monaten gelauncht haben und das Projekt somit noch in den Kinderschuhen steckt. Und zweitens, weil die beiden Gründer aus Augsburg für sich selbst sehr genau definiert haben, welchen Kriterien die Beauty-Produkte entsprechen müssen, die sie über ihre Plattform verkaufen. Dabei ist viel Recherchearbeit und vor allem Kompromisslosigkeit gefragt. Denn tatsächlich sind jene Brands, die alles auf einmal sind – nämlich plastik- sowie tierversuchsfrei, vegan, natürlich und idealerweise unabhängig – noch immer nicht leicht aufzuspüren. Zwar legen sehr viele Beauty-Start-ups ihr Hauptaugenmerk auf eines oder zwei dieser Attribute, aber gleich alle?

 

Produkte am liebsten aus Deutschland oder Europa

Da wären etwa Ben & Anna, Terrorists of Beauty, Lamazuna oder We Luv Eco, die die Ansprüche von heygreenbeauty.com erfüllen und schon fester Teil des Sortiments sind. Ursprünglich hatten Sarah Schneider und Michael Stehr geplant, monatlich eine neue Marke mitaufzunehmen, doch das gestaltete sich mit Blick auf das Angebot und auf das Budget nicht ganz leicht. Zumal die beiden heygreenbeauty.com noch nebenberuflich betreiben und besonders gern Brands aus Deutschland oder zumindest Europa anbieten möchten, um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten. Und damit auch Versand und Lieferung waste-technisch tragbar sind, spricht Sarah Schneider nicht selten mit Brands und Lieferanten ab, in welcher Umverpackung sie im heygreenbeauty.com Lager ankommen sollen. „Selbst wenn es mittlerweile in vielen Drogerien plastikfreie oder less-waste Beauty-Produkte zu kaufen gibt, weiß man als Kunde nie, in welcher übergeordneten Verpackung sie dort ankommen. Wenn sie für den Transport in massenweise Plastik gewickelt werden, dann bringt das rein gar nichts“, sagt sie. „Wir wollen gewährleisten, dass unsere Philosophie wirklich voll und ganz umgesetzt wird.“

 

Sarah Schneider und Michael Stehr, das Gründer-Duo von heygreenbeauty.com
Sarah Schneider und Michael Stehr, das Gründer-Duo von heygreenbeauty.com Credit: heygreenbeauty.com

 

Plastikfreie Kosmetikprodukte aus einer Hand

heygreenbeauty.com ist aus einem Bauchgefühl heraus entstanden. Sarah Schneider fehlte ein Ort, an dem sie im Rundumschlag Kosmetik von verschiedenen Brands in der möglichst umweltfreundlichen Variante erhält, anstatt diverse Läden und Online-Shops abklappern zu müssen. Denn entweder sind es die plastikfreien Beauty-Brands selbst, die einen Shop führen, aber eben nur für die eigene Marke. Oder plastikfreie Kosmetik bildet einen Teil des Sortiments eines Unverpackt-Ladens und füllt ein Regal zwischen Lebensmitteln, Küchenutensilien und Reinigungsmitteln. Dabei hat durchweg gute less-waste Kosmetik eine eigene Plattform verdient, so der Gedanke.

Weder Sarah Schneider noch Michael Stehr hatte vor der Gründung beruflich je mit der Schönheitsindustrie zu tun. Beauty war vor allem für Sarah Schneider lange ein Hobby. Früher war ihr Badschrank voll mit zahlreichen Beauty-Produkten. Jetzt herrscht kuratierte Reduziertheit. Über die Möglichkeiten, Plastik im Alltag zu meiden, tauscht sie sich seit einigen Jahren regelmäßig mit Gleichgesinnten in diversen Facebook-Gruppen aus. Ihren Freund Michael Stehr überzeugte sie kurzerhand von ihrer Idee und holte ihn als Zahlenjongleur direkt mit an Bord. „Bei der Gründung des Shops sind wir einfach nach dem Prinzip von Trial and Error vorgegangen. Wir hatten keine Ahnung, wie man eine Webseite aufsetzt, an Brands herantritt und welche Lieferrichtlinien es gibt. Natürlich gab es da Herausforderungen. Doch rückblickend war das alles gar nicht so schwer“, erzählt sie.

Selbst international finden sich wenige Online-Shops, die sich ausschließlich in der „zero-waste“ Kosmetik-Sparte bewegen und einen identischen Fokus wie heygreenbeauty.com haben. Ein Beispiel für eine Webseite mit ähnlicher Ausrichtung ist etwa der britische Zero Waste & Health Shop Acala, der im Frühjahr 2018 online gegangen ist.

 

 Empfehlungen, Vertrauen & Authentizität

Dass in der digitalen Welt vor allem gute Empfehlungen und Vertrauen zählen, dessen sind sich Sarah Schneider und Michael Stehr bewusst. Über Familie und Freundeskreis haben sie die ersten KundInnen akquiriert. Jetzt nutzen sie vor allem Instagram, um Produkte und vor allem Indie Brands aus ihrem Sortiment authentisch zu präsentieren und zu erklären. Auch, um den Vorsprung bezüglich des Produkt-Erlebnisses aufzuholen, den Ladengeschäfte Online-Shops voraus haben. Innerhalb der Rubrik „Was wir lieben“ stellt Sarah Schneider deshalb regelmäßig Produkte in persönlichen Instagram-Stories vor, die sie selbst getestet hat. Nebenbei teilen die beiden Gründer in Posts auch immer wieder Tipps zum plastikfreien Alltag.

Ganz oben auf der Agenda für 2020: Das Angebot an Brands und Produkten weiter ausbauen, dabei aber auf eine sorgfältige Auswahl setzen. „Wir möchten nicht 50 verschiedene Gesichtsseifen anbieten. Ziel ist es, für jeden Bereich zwei, drei tolle Brands beziehungsweise Produkte zur Verfügung stellen zu können.“ Denn im Falle von heygreenbeauty.com geht es nicht um einen Trend, sondern einen nachhaltigen Lebensstil, ganz im Sinne von weniger ist mehr.

 

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