Hightech-Beauty: die personalisierte Hautpflege von Ave + Edam

Datenbasierte Hautpflege? Damit kennt sich die Berliner Brand Ave + Edam bestens aus und gewann mit ihrem „Hightech meets Beauty“-Konzept als zweites Team die Douglas #FORWARDBEAUTYChallenge 2019. Das Ziel des Marke: zur weltweit führenden Plattform für personalisierte Hautpflege werden. In der Beauty-Industrie geht heute vieles über Vertrauen – oder im Umkehrschluss über Skepsis. Welche Marken sind authentisch und glaubwürdig? Welche Inhaltsstoffe beinhaltet ein Produkt und was bewirken sie? Wie verträglich sind sie? Funktioniert dieses Produkt für mich und meine Hautbedürfnisse? Die Beauty-KonsumentInnen 2.0 sind heute kritisch. Für einige Marken stellt der neue „skintelligent“ Kunde eine Herausforderung dar. Für andere ist genau er die Zielgruppe. Beautymarken haben das Potenzial eines personalisierten Ansatzes für sich entdeckt. Ist „customizable“ das neue „organic“? So ähnlich scheint es zumindest. Denn genauso wie das maßangefertigte Kleid beim Schneider des Vertrauens verspricht auch die personalisierte Pflege eines: perfekt zu passen.

 

Das ist auch das Versprechen der Berliner Beauty-Brand Ave + Edam, das 2018 von Dr. Franziska Leonhardt, Kosmetikforscherin Shirin Navab und dem Informatiker Prof. Dr. Dominik Michels gegründet wurde. Die Geschichte des Labels fing dort an, wo viele spannende Geschichten – und millionenschwere Unternehmen – beginnen: im Silicon Valley. Und mit der Frage: Warum können wir Müsli personalisieren, aber nicht unsere Hautpflege? „Uns wurde schnell klar, dass effektive Hautpflege für unterschiedliche Hautzustände, regionale Differenzen und Lebensstile so viele Variablen beinhaltet, dass es nur mithilfe von Technologie zu lösen ist“, erklärt Shirin Navab, CPO von Ave + Edam. Technologie heißt in diesem Fall ein ausgesprochen cleverer Algorithmus, der bestimmt, wie die eigene Hautpflege für eine optimale Wirksamkeit sein und woraus sie bestehen muss.

 

Künstliche Intelligenz gepaart mit Expertenwissen

Dafür werden mithilfe von Künstlicher Intelligenz Daten anhand eines Fragebogens ermittelt. Entscheidende Faktoren sind etwa der Wohnsitz und Umwelteinflüsse, sportliche Tätigkeiten, Ernährung und der Schlafrhythmus. Der Hauttyp und die bisherige Pflegeroutine werden festgelegt; wie oft der Konsument reist, Wasser trinkt und auf einen Bildschirm schaut, wird ebenfalls berücksichtigt. Schlussendlich werden einem dann die passende Tages- und Nachtpflege für jeweils 29 Euro empfohlen. „Das Ergebnis des Tests ist die Hautcreme, deren Formulierung durch einen intelligenten Algorithmus bestimmt wird“, so Shirin Navab. „Der Algorithmus identifiziert die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Haut des Kunden. Dabei wird künstliche Intelligenz eingesetzt, die sich zum einen aus dem Expertenwissen speist und zum anderen aus den Angaben des Kunden.“

 

Prof. Dr. Dominik Michels, Dr. Franziska Leonhardt, Shirin Navab - das Gründer-Trio von Ave+Edam.courtesy of reichertplus
von links nach rechts: Dr. Gregor Wahl, Dr. Franziska Leonhardt, Shirin Navab – das Gründer-Trio von Ave+Edam.

 

Das Unternehmen ist nicht das erste, das sich auf personalisierte Pflege spezialisiert. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Brands, die maßgeschneiderte Produkte für ihre KundInnen anbieten. Dennoch sagt Co-Gründerin Franziska Leonhardt: „Personalisierte Hautpflege in cleaner Qualität und mithilfe eines lernenden Algorithmus ist bisher einzigartig.“ Denn die in Deutschland hergestellten Cremes von Ave + Edam sind insofern „lernfähig“, dass sie sich immer wieder an die Veränderungen der Haut anpassen. „Anhand des Feedbacks des Kunden lernt der Algorithmus und optimiert die Pflege“, so Franziska Leonhardt weiter. Diese ist zudem vegan, tierversuchsfrei und frei von Hauptallergenen, Parabenen, Mineralölen, PEG’s, Nanopartikeln und Mikroplastik. Innerhalb von fünf bis zehn Tagen nach dem digitalen Hauttest werden die Cremes produziert und zu den KundInnen nach Hause geliefert. „Wir vermeiden so eine lange Lagerhaltung und ermöglichen eine Ressourcen schonende, nachhaltige Produktion ohne übermäßige Konservierung.“

 

Vom Onlinegeschäft in den stationären Handel

Es ist die Kombination aus naturnaher Formulierung und fortschrittlicher Technologie, die auch die Jury der #FORWARDBEAUTYChallenge von Douglas überzeugte und das Berliner Unternehmen zu einem der zwei Gewinner 2019 erkor. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit diesem führenden Premium-Retailer ein Modell unserer personalisierten und datengetriebenen Expertise für den Handel zu entwickeln“, so Shirin Navab. Denn nun will das Unternehmen noch einen Schritt weiter gehen und seine maßgeschneiderte Pflege auch offline an die Frau und den Mann bringen. „Auch wenn wir in den nächsten Jahren erwarten, dass der Onlinehandel weiterhin exponentiell wächst, kaufen viele KundInnen aktuell noch stationär. Wir haben nun mit Douglas die Möglichkeit, auch diese Klientel zu erreichen“, erklärt Franziska Leonhardt.

Wie genau dies in den Filialen von Douglas aussehen wird, wird sich erst im kommenden Jahr zeigen. Doch eines verraten die Gründerinnen dann doch: „Aufgrund der hohen Nachfragen werden wir als nächstes Cleanser und Seren in unser Sortiment aufnehmen.“

 

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