Drei Make-up Brands, die Sie jetzt kennen sollten

Wir stellen Ihnen drei unterschiedliche Marken für dekorative Kosmetik vor, die nicht nur durch ihr (veganes) Angebot, sondern auch durch ihre Entstehungsgeschichte und Message besonders spannend sind.

Angel Minerals

Wie der Name bereits erahnen lässt, geht es bei der im hessischen Karben ansässigen Brand Angel Minerals von Gründerin Karin Hunkel größtenteils um Mineralpuder. Denn Hunkel selbst musste feststellen, dass sie eine Unverträglichkeit gegenüber herkömmlichem Creme-Make-up hat, die (zumindest damals noch) alle Glyzerin sowie Mineralöl enthielten. Die Vorteile: „Mineralpuder kann (!) ohne Zusatzstoffe hergestellt werden. Es kann ausschließlich reine Mineralien enthalten (ohne Reismehl, Maismehl, Talcum, Wismuth). Durch seine Mineralien (Boron Nitride, Titan Dioxyd, Mica) hat es außerdem einen natürlichen Sonnenschutz. Reines Mineralpuder verstopft die Poren nicht, sondern liegt leicht auf der Haut. Durch diese Punkte ist es wesentlich besser verträglich für empfindliche und zur Akne neigenden Haut“, erklärt die Gründerin.

2011 entschied sie sich, ihr eigenes veganes Naturkosmetiklabel für Produkte auf Basis von Mineralpuder zu lancieren. Gestartet ist Angel Minerals aber nicht mit einem kleinen Sortiment, sondern gleich mit 15 Foundationtönen, acht Rouge-Farben, vier Concealern und circa 20 Lidschattenfarben, die in warme und kalte Nuancen eingeteilt sind. Der Grund dafür liefert Karin Hunkels spannender beruflicher Background: Sie ist Begründerin der „Ganzheitlichen Farbberatung“ und Pionierin der Farbberatung in Europa. 45.000 Exemplare ihres gleichnamigen Buches wurden bereits verkauft. „Bei einer „Ganzheitlichen Farbberatung“ werden die Menschen nicht in Schubladen der (meistens) 4 Farbtypen gesteckt, sondern wir finden heraus, was sich dahinter verbirgt, wenn jemand bestimmte Farben trägt und andere nicht. Um einen Menschen auf ganzer Ebene zu begreifen und beratend zu begleiten, ist es wichtig, seine Vorlieben und Ablehnungen für bestimmte Farben zu analysieren. Eine Beratung über die richtigen Farben erfolgt erst auf der Grundlage der Farben, die dieser Mensch braucht bzw. ihm gut tun oder nicht“.

Speziell für TV- und Filmauftritte: Die HD Concealer von Angel Minerals.

Ihre Expertise ließ die Unternehmerin logischerweise auch in ihre Beauty-Brand miteinfließen. „Ich habe bei jedem Produkt dazu geschrieben, für welchen Farbtyp dieser Ton ideal ist. Das sind meist mehrere Farbtypen für eine Farbnuance, aber alle Produkte sind daraufhin abgestimmt.“ Neben der Farblehre gibt es von Angel Minerals darüber hinaus noch Produkte, die durch ihre Einzigartigkeit herausstechen. Die HD Concealer der Marke etwa sind speziell für den professionellen Make-up-Bereich entwickelt worden, da sie eben HD-tauglich sind und sich besonders für die Green Box perfekt eignen. Bis auf drei der acht Puder können alle auch ganz normal für das Alltags-Make-up genutzt werden. Auch innovativ: Die Grey Off Minerals der Marke, die einen grauen Haaransatz kaschieren. „Sie sind ein wichtiger Problemlöser für alle Frauen (und Männer), deren Ansatz zwischen zwei Haarfärbungen wieder grau nachwächst und auch für diejenigen mit schütterem Haar (Haarausfall). Es ist Puder ohne synthetische Zusätze, was einfach mit dem Pinsel aufgetragen wird und abends ganz leicht ausgebürstet oder ausgewaschen werden kann“, so Karin Hunkel.

Folly Fire

Kaum eine Brand drückt sich so direkt aus, wie US-Label Folly Fire es tut: „fierce make-up without the BS“. Wofür die Abkürzung steht, können Sie sich sicherlich denken. Doch was meinen die Gründer genau damit? Die falschen Versprechen und unmoralischen Praktiken der Industrie! „Wir haben in toxischen Umgebungen gearbeitet, voll mit Lügen und Betrug, weil die Menschen es nicht besser wussten. Sie sagten „so läuft die Industrie eben nun mal“. Als wir Folly Fire gegründet haben, haben wir uns darauf geeinigt, dies mit hundertprozentiger Ehrlichkeit und Transparenz, also frei von „bs“, zu tun“, erzählen die Gründer der Make-up-Brand, Lukas Ion und Pete Mueller.

Zwei Jahre feilte das Duo am Label, zuvor arbeiteten sowohl Ion als auch Mueller mehrere Jahre in der Beauty-Industrie. „Wir haben fünf Indie Beauty Brands in Großbritannien rundumbetreut. Es war herausfordernd, aber auch lohnenswert. Zwei Dinge sind uns bei diesen Brands immer wieder aufgefallen: Erstens, dass alle zwar die richtigen Ideen bezüglich Naturkosmetik hatten, sie jedoch in einer begrenzten, zweidimensionalen Art umsetzten, und zweitens, dass sie nur schwarz-weiße Designs sowie immer dieselben Farben nutzten und kein Produkt-Storytelling hatten“, so die Gründer. Hinzu kam laut der Unternehmer das Nichterkennen des Potenzials von Social Media, bzw. einer von den sozialen Medien vorangetriebenen Brand. Die Erfinder von Folly Fire wollten eine Marke, die mit dem bis dato mit natürlicher, ethischer Kosmetik verbundenem Image brechen und ein Label kreieren, das dynamisch, Social Media-affin ist und mehr der Generation Z entspricht.

Bestseller: Die Syncope Lidschattenpalette von Folly Fire.

Die Produkte von Folly Fire sind alle tierversuchsfrei und vegan, jedoch hoch-pigmentiert. Zu den Bestsellern gehören der Matte Manipulation Lippenstift in der Nuance „Sunset BLVD“ sowie die Syncope Lidschattenpalette. Folly Fire ist eine junge, explosive Marke, die zeigen möchte, dass auch Make-up ohne tierische Inhaltsstoffe Spielraum für farbenfrohe, knallige Looks bietet. Zu der „no bs“-Philosophie des Labels gehört auch die Tatsache, dass die Produkte ohne Duft- und komedogene Stoffe hergestellt werden. Das verwendete Mica wird laut der Gründer von verantwortungsvollen Quellen bezogen und die Brand arbeitet mit einer Manufaktur in Italien, die ihre MitarbeiterInnen fair und ordnungsgemäß vergütet.

Le Rouge Français

Zu 85% biologisch, vollkommen vegan, ohne Titandioxyd oder Mica – das versprechen (und halten) die Lippenstift des Labels Le Rouge Français, dessen Namen allein schon höchst raffiniert klingt. Geboren ist die Idee zur Brand, als Co-Gründerin Élodie Carpentier schwanger und auf der Suche nach unbedenklichen Make-up-Produkten war. Mit dem Konzept „alles, was wir auf die Haut auftragen, sollte essbar sein“ und einem Background in Biotechnologie, startete das Label ihre Recherche zu nicht toxischen Inhaltsstoffen aus biologischem Anbau. Das wirklich Besondere an den Lippenstiften: die Pigmentierung. „Bis dato bietet 100% des Marktes Produkte mit Mica an, die an Oxyde verknüpft oder synthetisch sind. Unsere pflanzliche Alternative ist weltweit einzigartig“, erklärt CEO des Unternehmens Salem Ghezaili.

Die pflanzlichen Pigmente werden aus Färberpflanzen extrahiert, die laut Salem Ghezaili darüber hinaus positive biologische Eigenschaften für die Haut besitzen. „Die pflanzliche Färbung ist ein Garant für ethisches, verantwortungsbewusstes Sourcing und auch der einzige Weg, ökologisch und nachhaltig zu handeln“, erklärt er weiter. Um diesen Gedanken noch weiter zu transportieren und das Konzept der Kreislaufwirtschaft zu integrieren, bietet das französische Label ein Refill-System der Lippenstifte an. KundInnen können ihre leeren Behältnisse gratis mithilfe des in einer Bestellung enthaltenen Rücksendescheins an das Unternehmen zurückschicken. „Nach monatelanger Recherche zu neuen, zukunftsorientierten Materialien mit geringsten umweltschädlichen Einflüssen, werden wir schon bald eine weltweite Innovation präsentieren!“, verspricht der Geschäftsführer.

Innovation dank rein pflanzlicher Pigmente und Refill-System.

Le Rouge Français plant darüber hinaus noch weitere Entwicklungen: Bisher gibt es acht Lippenstifte der Beauty-Brand in unterschiedlichen Rot-, Rosa-, Braun- und Beige-Tönen, man plant jedoch bereits, das Sortiment auf 15 zu vergrößern. Zudem soll das Portfolio auf weitere Kosmetikkategorien bis zum Jahresende ausgeweitet werden sowie Le Rouge Français in anderen Ländern erhältlich werden.

Images Courtesy of Brands