Mintel Report: So geht es post-Corona für die Beauty-Branche weiter

Das sind die fünf Punkte, die für die Beauty-Industrie in Deutschland auch nach Corona wichtig sind.

Die erste Corona-Welle mag vorüber sein, doch die Nachbeben der Krise kommen erst auf uns zu. Wie wird die Beauty-Industrie diese überstehen? Welche Strategien gilt es zu implementieren? Wie verändert sich das Konsumverhalten der KonsumentInnen? Aus dem neuesten Report von Mintel haben wir die fünf wichtigsten Punkte herausgefiltert, die Sie jetzt wissen müssen.

1. Community statt Profit

In Zeiten globaler Instabilität ist es wichtiger denn je, ein Zeichen für Gemeinschaft zu setzen. Die Beauty-Branche hat vor allem zu Beginn der Ausbreitungen bewiesen, dass sie fähig ist, gemeinschaftlich zu denken und solidarisch zu handeln. Es ist jedoch wichtig, auch zukünftig nicht nur eine Message zu verbreiten, sondern auch dementsprechend zu agieren. Sowohl im Bereich B2C, aber auch B2B, muss nachhaltig gedacht werden. Gerade die größeren Player der Branche können hier etwas bewirken.

Douglas etwa lieferte Unterstützung für kleine und independent Labels durch eine vereinfachte Aufnahme in den Onlineshop. Gwen Osserman, Research Analyst für Beauty und Personal Care bei Mintel, schreibt dazu: „Während Brands und Retailer das Ziel verfolgen, tiefergehende Consumer-Brand-Beziehungen über Online-Challenes zu fördern, können solidarische Initiativen lokalen Beauty-Communities zu langzeitigem Erfolg verhelfen. Retailer haben die Möglichkeit, regionalen Indie Brands in ihren Regalen Platz zu schaffen.“ Positionierung und Zusammenhalt kommen folglich auch bei KonsumentInnen besser an, als Einzelgänger-Mentalitäten.

2. Optimierung der Services in den Stores

Der Onlinehandel mag zwar unter den Folgen der Pandemie florieren, doch irgendwann wird auch die Zeit kommen, in denen die Menschen sich wieder mehr (und vor allem gerne) in die Läden trauen. Um hier die KonsumentInnen abzuholen gilt es, einen Mehrwert im Store zu schaffen und neue Services anzubieten, die die Klientel anlockt und eine positive Experience schafft. Dennoch sollten die Hygienemaßnahmen auch in Zukunft berücksichtigt werden.

Laut Mintel wäre eine Option, Beratungsservices in private Treatment-Zimmer zu verlegen, anstatt sie am Beauty-Counter durchzuführen. Dies ist nicht nur aus Hygienegründen ratsam, sondern erhöht auch das in-store Erlebnis für KundInnen. Eine weitere Idee: Mit Beauty- und Kosmetik-Profis aus lokalen Salons zu kooperieren. Diese können ihre Expertise zu Gunsten beider Parteien nutzen und KundInnen professionelle Treatments bieten.

3. Beauty und Personal Care beweist Durchhaltevermögen in Krisenzeiten

Obwohl der März der bisher herausforderndste Monat für den Retail (abgesehen vom Lebensmittelhandel) in Deutschland war, profitierte die Branche im ersten Quartal von einem guten Wachstum vor der globalen Ausbreitung. Die Nachfrage nach Hygieneprodukten verhalf dem Beauty- und Personal-Care-Segment standzuhalten, mit einem Plus von 5.9 Prozent in Q1 im Vergleich zur Vorjahreszeit.

Obwohl die Zeit von März bis Mai eine für alle AkteurInnen der Beauty-Industrie schwer zu überwältigen war, gibt es Hoffnung. Mintel weist darauf hin, dass sich die Segmente auch durch vergangene Krisenzeiten navigieren konnten und recht stabil wieder herauskamen. Beauty-Händler Douglas konnte bereits im Juni wieder ein Umsatzplus registrieren. Die Branche hat die Kapazität, schnell und agil auf Veränderungen zu reagieren. Die Nachfrage nach Beauty- und Personal-Care-Produkten in Deutschland bleibt weiterhin konstant.

4. Jüngere Zielgruppe gibt weniger aus

Weniger stabil ist derweil der Arbeitsmarkt, der gerade für die jüngere Kernzielgruppe zu einer existenziellen Herausforderung wird. Laut Mintel sind 29 Prozent der 16- bis 24-Jährigen entweder selbst von Kurzarbeit betroffen oder haben entsprechende Fälle im Bekanntenkreis. Dabei gehört diese Target Group laut Mintel zu Deutschlands aktivstem KonsumentInnen-Segment. Angesichts niedriger finanzieller Sicherheit werden sie dementsprechend auch weniger für inessentielle Produkte und Dienstleistungen ausgeben. Preisgünstigere Brands werden in dieser Zeit favorisiert. Was neue Launches angeht, sollten Brands strategisch und bewusst handeln. Nicht jede Neulancierung ist in dieser Periode sinnvoll.

5. Wirtschaft nimmt 2021 wieder Fahrt auf

Laut Experten soll das BIP bereits 2021 wieder um 5.2 Prozent steigen. Durch kürzere Lockdown-Perioden als in anderen europäischen Ländern und einem stabilen Gesundheitssystem während der Hochzeit der Pandemie konnte Deutschland die schlimmsten Folgen für die Wirtschaft gering halten. Stärkere Anstiege der Arbeitslosigkeit wurden durch die Implementierung der Kurzarbeit bereits für Juli verhindert, so die Bundesagentur für Arbeit. „Die Arbeitslosenzahl ist zu Beginn der Sommerpause von Juni auf Juli im üblichen Umfang gestiegen. Der coronabedingte Anstieg hat sich in diesem Monat vorerst nicht fortgesetzt”, heißt es dort weiter.

Hero Image by Juvnsky-Ru via Unsplash