Auf Erfolgskurs: Wie Plainly mit Nachhaltigkeit + Design punktet

Artsem Kruk hat den Sprung in die Beauty Industrie gewagt – und wurde belohnt. Seine Brand für nachhaltige Naturkosmetik, Plainly, ist von London bis Tokio in ausgewählten Shops erhältlich. Beauty Independent hat mit dem Gründer über Wachstum, Strategie und Partnerschaften gesprochen.

Der Gebrauch von Einweg-Plastikflaschen ist ein Problem, dessen wir uns alle bewusst sind. Man kann das entweder ignorieren, oder etwas dagegen tun. Artsem Kruk gehört zu Letzteren. Als er sich zuhause umschaute und feststellte, dass alle Produkte, die er selbst täglich nutzt, immer nur in Plastikflaschen und –Tuben angeboten werden, löste dies einen gewissen Ehrgeiz bei ihm aus. Den Ehrgeiz, das zu verändern und diese Produkte für alle besser zu machen. Spülmittel, Handseife, Body Wash, Handcremes – „alle diese Produkte [werden] zuhause oder in der Tasche versteckt“, merkt Artsem Kruk an. „Außerdem hat diesen Produkten eine gewisse Raffinesse bzw. Differenziertheit im Design und in der Verpackung gefehlt. Da habe ich mich entschieden, dass wir das besser machen können.“

Plainly-Gründer Artsem Kruk startete vor drei Jahren im Beauty-Business.
Produkte, die sich zeigen lassen können

Das Sortiment von Plainly – Handcremes und -Gels, Hand- und Körperseife, Spülmittel – kommt in wiederverwendbaren, auffüllbaren, recycelbaren Glasflaschen. Die Etiketten werden auf Steinpapier gedruckt, eine Baum-freie Papieralternative, die aus Steinpuder hergestellt wird. Die Umverpackung besteht aus recyceltem Papier. Die Lieferwege werden so kurz wie möglich gehalten, die Lieferanten stammen alle aus Deutschland. „Wir wollten mit Plainly weitergehen, als nur eine nachhaltige Marke für Naturkosmetik zu gründen, und die Grenzen von Naturkosmetik ausreizen. Viele denken nach wie vor, dass Naturprodukte nicht gut riechen oder ein sehr schlichtes (oft mit braunem Papier) Design haben“, erzählt der Gründer. Plainly will zu diesem Image-Wechsel beitragen.

Vor drei Jahren startete Arstem Kruk mit Plainly und wurde damit zum Rookie in einer Branche, in der das Ellenbogenausfahren und Konkurrenzdenken kaum höher sein könnte. „Wir haben viele Konkurrenten und wir glauben nicht, dass wir in der Hinsicht [Nachhaltigkeit] einzigartig sind. Aber wo wir anders sein wollten, war, diese Produkte, die in der Küche, im Badezimmer oder in der Handtasche versteckt werden, hervorzuheben. Daher war das Design und die Verpackung sehr entscheidend – neben den Inhaltsstoffen und unseren innovativen Formulierungen.“

Um im Handel noch mehr hervorzustechen, wurde die Marke kürzlich einem kompletten Re-Design unterzogen. Wo vorher schwarz-weiße Schlichtheit herrschte, gibt es jetzt zarte Pastelltöne und ein Aquarell-Leitmotiv. „Wir spielen jetzt mehr mit Farben und Formen, sind aber unserem minimalistischen Designansatz treugeblieben. Dabei war es wichtig, dass die Produkte sehr schön aussehen und auch nicht versteckt werden müssen und man sie auch gerne zeigt – wie unser Spülmittel in einer schönen Küche. Sie fallen nun auch in den Regalen auf und kommen auch sehr gut bei Kunden an.“

Alle Produkte des Münchener Labels kommen in recycelten und wiederverwendbaren, matten Glasflaschen daher.
Auf die richtigen Partnerschaften setzen

Bei der Gründung eines Beauty-Start-ups geholfen hat sicherlich Kruks beruflicher Background: er ist in einem großen Tech-Konzern im Bereich Geschäftsentwicklung tätig; entwickelt strategische und langfristige Partnerschaften im technologischen Umfeld. „Ich persönlich glaube an starke Partnerschaften, die auch die Überzeugung teilen, dass Erfolg auf höchster Qualität, exzellente Kundenerfahrung und durchdachte Details basiert.“ Und es sind auch die Partnerschaften von Plainly, die sich heute sehen lassen können. Der bislang größte Coup der Brand: Eine Zusammenarbeit mit dem namenhaften Monocle Magazine. Die limitierte Edition „Plainly x Monocle“ ist Kruks stolzeste Errungenschaft, die Marke steht in allen Monocle Shops, etwa in London, Zürich, Hong Kong, Las Vegas, Toronto und Tokio.

Die Besonderheit der Produkte liegt laut Gründer zudem in den Inhaltsstoffen: Neben Hyaluron, fermentierten Ölen, Magnolienextrakt oder Wiesenschaumkrautöl, hat die Linie einen hohen Anteil an Cacayöl. „Es wird nachhaltig gewonnen und ist ein wahres Anti-Aging-Wunder. Es wirkt feuchtigkeitsspendend, enthält doppelt so viel Vitamin E (beugt Hautalterung vor) wie Arganöl, dreimal so viel Retinol (zur Reduzierung von Faltenbildungen) wie Hagebuttenkernöl und doppelt so viel Linolsäure wie Arganöl. Die meisten unsere Kunden sagen uns, dass unsere Handcreme süchtig macht“, erzählt Kruk.

Wachstum und Vision

Seit dem Launch der Brand hat sich das Produktportfolio von drei auf sechs Produkte verdoppelt, die Anzahl der stationären Partner verfünffacht. Auch in der Wahl der Kooperationen zeigt sich das besondere Gespür der Münchener Labels: Seit Oktober gibt es die Linie im Lissaboner Sisu, einem luxuriösen Studio für Clean Beauty Treatments, sowie im minimalistischen, reizend-schönen Eco-Boutique-Hotel Craveiral unweit der südöstlichen Küste Portugals. Die Brand arbeitet zusätzlich eng mit dem Amon Store am Chiemsee zusammen: „Wir haben eine Weihnachtskooperation gestartet mit unseren Produkt-Sets, welche exklusiv bei Amon verfügbar sind, um den lokalen Handel zu unterstützen.“ Für 2021 ist dann ein weiterer Meilenstein in Planung, der „Ritterschlag“ in der Beauty-Industrie, nämlich die Expansion in die USA.

Die Brand des self-made Beauty-Entrepreneurs hat bereits vieles geschafft, doch hat sie auch noch einiges vor sich, so Artsem Kruk: „Unsere Handpflegeprodukte sind erst der Anfang. Wir haben diese Woche schon eine Handcreme speziell für Männer rausgebracht. In Zukunft wollen wir expandieren und auch darauf hören, was unsere Kunden sagen und mögen.“

Images Courtesy of Plainly