PoBeau bei „Die Höhle der Löwen“: Positives Resümee auch ohne Deal

Unternehmerin Dr. Sandy Glückstein konnte mit PoBeau – einer Beautybrand, die sich der Pflege des Gesäßes widmet – keinen Deal bei der GründerInnen-Show „Die Höhle der Löwen“ landen. Den fünf InvestorInnen war die Firmenbewertung insgesamt zu hoch – dafür, dass sich das Start-up ihres Empfindens nach noch zu sehr am Anfang befunden habe. Nichtsdestotrotz zieht die Gründerin ein positives Resümee.

„Der Auftritt hat uns natürlich in der Bekanntheit weit nach vorne gebracht – wir waren über Nacht so gut wie ausverkauft”, erzählt Dr. Sandy Glückstein auf Anfrage von Beauty Independent am Tag nach ihrem Auftritt in der dritten Folge der aktuellen Staffel von „Die Höhle der Löwen“. „Das Feedback der Löwen war direkt und ehrlich. Und mein  Learning ist: Beim nächsten Mal würde ich später kommen – acht Wochen Umsatz war zu wenig Referenz. Jetzt sind wir schon viel weiter und unser Umsatz hat sich seit der Aufzeichnung vervielfacht. Wir sind sehr stolz, dass wir es auch ohne InvestorInnen schon so weit geschafft haben und eine neue Kategorie – Booty-Pflege – im Regal eingeführt haben”, sagt die 45-Jährige.

PoBeau hat Dr. Sandy Glückstein im Jahr 2019 gegründet und 100.000 Euro Eigenkapital in die Entwicklung und die Produktion der ersten Charge gesteckt. Aktuell zählen fünf Po-Masken zum Produktportfolio. Und die Visionen sind groß: PoBeau soll künftig einmal stellvertretend für das Beauty-Thema in Bezug auf die Kehrseite stehen.

200.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile

Um diesem Ziel einen Schritt näherzukommen, trat die Unternehmerin in der Gründer-Show zum Pitch an und bot den „Löwen“ zehn Prozent ihrer Firmenanteile für ein Investment von 200.000 Euro an.

Einen Deal einzugehen, war den JurorInnen bei dieser Bewertung allerdings zu heikel – beziehungsweise zu früh. „Sie sind so weit am Anfang, und das was Sie entwickelt haben, ist nicht ausreichend“, erklärte Beauty-Unternehmerin und „Die Höhle der Löwen“-Jurorin Judith Williams abschließend, nachdem auch sie sich wie ihre KollegInnen dagegen entschied, in PoBeau zu investieren. Doch die Geschäftsfrau fand auch ermutigende Worte für Gründerin Dr. Sandy Glückstein: „Was ausreichend ist, ist ihre Leidenschaft, ihr Humor, ihr Mindset. Vielleicht kommen Sie mal wieder wenn sie zwei, drei, vier Schritte weitergemacht haben, und dann kommt ein Angebot, das man wirklich ernst nehmen kann.“

Dr. Sandy Glückstein beim TV-Pitch ihrer Brand PoBeau. TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Nicht nur die hohe Bewertung stieß bei den Löwen auf Skepsis, sie beanstandeten auch, dass bei der Präsentation keine authentischen Bilder verwendet wurden. Judith Williams merkte zudem an, dass eineinhalb Jahre Entwicklung etwas zu viel für die „simple Rezeptur“ seien. Ein anderer Kritikpunkt der „Löwen” war, dass Glückstein das Produkt bereits lanciert hatte, und es erst danach, zeitgleich zum TV-Auftritt, klinischen Tests unterzog.

„Das Feedback war konstruktiv, ich kann damit weiterarbeiten und PoBeau nach wie vor als Vision groß machen“, lautete das Fazit von Dr. Sandy Glückstein direkt nach ihrem Pitch beim Interview mit dem Sender. Ihre fünf Po-Masken, deren Formulierung zum Teil den neuartigen, aus Moos gewonnenen Wirkstoff MossCellTec enthalten, haben aber auch ohne Deal einen ersten wichtigen Schritt in den Handel geschafft, wie Glückstein eingangs bereits andeutete. Seit Kurzem gibt es PoBeau im Kaufhaus Ludwig Beck sowie im Kadewe, im Alsterhaus und bei Oberpollinger zu kaufen.

2,87 Millionen Zuschauer verfolgten die Show

Dass das Po-Thema viel Potenzial hat, beweisen außerdem einige gleichgesinnte Brands aus den USA – etwa Anese, gegründet 2016 in Los Angeles oder Bawdy Beauty, 2017 initiiert. Letztere Brand schaffte es im vergangenen Jahr bis auf die New York Fashion Week: Bei der Show der Brand Chromat nutzten die Models die Po-Masken, um ihre Kehrseite für den Laufsteg zu präparieren.

Mit den Zuschauerzahlen der dritte Folge von „Die Höhle der Löwen“ zeigte sich Vox zufrieden. Die Sendung gewann erneut die Marktführerschaft im TV, insgesamt verfolgten 13,5 Prozent der 14- bis 59-Jährigen und 16,1 Prozent der 14- bis 49-Jährigen die Show – bis zu 2,87 Millionen Zuschauer.

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