Familienunternehmen mit Faible für Indie Beauty Brands: Die Schminkbar aus Zürich

Die Schminkbar ist ein Familienunternehmen, das in zweiter Generation geführt wird, und die wohl etablierteste Beauty-Destination in der gesamten Schweiz. An landesweit sieben Standorten können KundInnen das Angebot in Anspruch nehmen, das sich irgendwo zwischen Kosmetiksalon, Gastro-Erlebnis, Boutique und Beauty-Retreat einordnen lässt. Die drei Grundpfeiler des langjährigen Erfolgs und stetigen Wachstums: Gastfreundschaft, Liebe zum Detail und Prinzipientreue.

 

Mehr als 3000 Beauty-Produkte sind in einer Schminkbar-Filiale zu finden, darunter nicht nur Nagelfarben, Cremes, Öle und dekorative Kosmetik, sondern auch Handtücher und Necessaires. Kurz: Alles, was das Schönheits-Erlebnis im engsten wie weitesten Sinne bereichert. Und keines dieser Produkte ist nicht durch die Hände von Kim Petri gegangen. Als gelernte Maskenbildnerin, Inhaberin und Kreativdirektorin – sie führt die Schminkbar in zweiter Generation gemeinsam mit Ehemann Marc Rotter und ihrer Schwester Lia Petri – ist sie unter anderem für das (wechselnde) Sortiment zuständig. Auf die klassischen Brands, die sonst in Kosmetiksalons zu finden sind, etwa Barbor und Avon, verzichtet sie dabei lieber. Ihr Anspruch ist es, neue Marken zu finden, Start-ups zu unterstützen und auf kleine Unternehmen zu setzen, die ihre Produkte fair und/oder nachhaltig produzieren. So ist unter anderem auch die Schweizer Indie Beauty Brand Nooii bereits vor drei Jahren in die Schminkbar eingezogen.

Das Konzept des Unternehmens war schon immer auf Innovation und Fortschritt ausgerichtet. Als Kim und Lia Petris Mutter Bea Petri, die von landeseigenen Medien gern als „bekannteste Visagistin der Schweiz“ bezeichnet wird, 2003 die erste Filiale in Zürich eröffnete, hat sie sich von ihren berufsbedingten Reisen inspirieren lassen: In Asien war ihr besonders die Gastlichkeit in Spas aufgefallen. In den USA beeindruckten sie die Walk-in-Salons, in denen man auch nur kurz während der Mittagspause verschnaufen konnte. Beide Komponenten vereinte sie miteinander, um einen Zufluchtsort zu schaffen, der rund um das Thema Schönheit alles bietet. Ein Ort zum langen Verweilen oder schnellen Energie tanken.

 

 „Wir arbeiten stetig an unserem Businessplan, doch meist passiert dann etwas Unvorhergesehenes und die Prioritäten verschieben sich wieder.“

 

In den knapp dreieinhalb Jahren, in denen nun die zweite Generation übernommen hat, ist die Schminkbar zügig gewachsen. Zwei Filialen sind dazugekommen, an zwei weiteren Standorten wurde vergrößert, sodass das Unternehmen nun sieben Mal in der Schweiz vertreten ist: in den Städten Zürich, Luzern, Basel und Winterthur. Mehr als 120 Mitarbeiter beschäftigt Familie Petri inzwischen und die nächste Filialeröffnung für dieses Jahr ist bereits in Planung. „Seit wir das Unternehmen übernommen haben, arbeiten wir stetig an unserem Businessplan, doch meist passiert dann sowieso etwas Unvorhergesehenes und die Prioritäten verschieben sich wieder. Wir hören auf unseren Bauch, handeln entsprechend unserer Werte Bodenständigkeit, Respekt und Offenheit und hatten schon immer ein gutes Gespür für Bedürfnisse“, erzählt Kim Petri.

Ihre Schwester und sie sind seit Beginn Teil des Unternehmens und haben den Weg ihrer Mutter aus nächster Nähe mitverfolgt. Dass Bea Petri hinter sowie vor der Kamera bei diversen Schweizer Fernsehformaten mitgewirkt hat, hat vor allem am Anfang zur Bekanntheit der Schminkbar beigetragen. Doch dass die Kundschaft – darunter rund 85 Prozent Frauen und 15 Prozent Männer – geblieben ist und das Wachstum des Unternehmens auch nach mehr als 15 Jahren vorangeht, liegt wohl vielmehr an der Philosophie, die hinter der Schminkbar steckt. „Wir haben keine spezielle Zielgruppe. Wir wollen alle Generationen ansprechen und für jede Preisklasse etwas anbieten“, sagt Kim Petri. So gibt es Pakete für Einzelpersonen sowie Gruppen, etwa anlässlich Geburtstagsfeiern oder Partyabenden, genau wie Angebote für Familien, in denen Mütter, Töchter und EnkelInnen gemeinsam vorbeikommen können. Bei Paaren sei das „Wake up Treatment“ besonders beliebt. „Jeder, der unsere Filiale betritt, wird gleich behandelt.“
Die Besonderheit liegt dabei in der Liebe zum Detail: KundInnen werden mit einem eigens hergestellten Tee empfangen und mit Früchten versorgt, das gehört für Familie Petri wie selbstverständlich zur Dienstleistung dazu. Außerdem versteht sich die Schminkbar als Ein-zu-eins-Betreuungsunternehmen, in dem eine KosmetikerIn allein für eine KundIn zuständig ist. Seit bereits zehn Jahren wird außerdem eine komplett vegane Behandlung angeboten. Auch hierbei war die Schminkbar in der Schweiz Vorreiter.

 

 

Schminkbar in der Beatengasse in Zürich mit Flechtsesseln, Hockern und Holzregal mit natürlichen KosmetikproduktenCredit: Schminkbar
Blick in die Schminkbar in der Beatengasse in Zürich – mehr als 3000 Beauty Produkte gibt es hier darunter viele Indie Brands.

 

Vertrauen als Basis und Selbstverständlichkeit

So wenig sich bei der Tradition innerhalb des Unternehmens verändert hat, so sehr haben sich jedoch die Ansprüche der KundInnen sowie die Beauty-Themen gewandelt. „Social Media betrachte ich mit Skepsis, weil es bei vielen Menschen eine unrealistische Erwartungshaltung schürt – in Sachen Schönheit aber auch dahingehend, was Ergebnisse bestimmter Behandlungen betrifft“, sagt Kim Petri. Veränderungen beobachtet sie seit einiger Zeit insbesondere im Bereich Nägel sowie Augenbrauen. Zwei extrem trendabhängige Themen, die ständig Innovationen mit sich bringen. Da gilt es für die Inhaber, die DNA ihres Unternehmens zu erhalten. Und dazu gehört auch die bewusste Entscheidung gegen ein vermeintlich lukratives Angebot. So werde in der Schminkbar bei Maniküre und Pediküre etwa nicht mit Shellac gearbeitet, erklärt Kim Petri. „Aus Überzeugung verwenden wir keine Methoden, die unserer Meinung nach schädlich für Körper oder Haut sind.“ Was sie an dem Familienunternehmen besonders schätzt? Die große Freiheit und Unabhängigkeit bei der Auswahl der Marken, mit denen sie arbeitet und die sie verkauft. Und die Zuverlässigkeit. „Für ein Unternehmen kann ich mir nichts Besseres vorstellen, denn gegenseitiges Vertrauen ist bei uns Basis und Selbstverständlichkeit.“

 

Hero Pic courtesy of Schmikbar