Sie wollen Investoren von Ihrer Geschäftsidee überzeugen? Vermeiden Sie diese vier Pitchdeck-Fehler

Die Geldgeber für die eigene Brand zu finden, kann durchaus komplex sein. Die Frage, die sich immer stellt ist: Welche Investoren passen am besten zu meinem Unternehmen? Wie mache ich sie auf mich aufmerksam? Welche Informationen benötigen sie von mir?

Ein Pitchdeck ist eines der effektivsten Mittel, mit dem Sie Investoren ansprechen und Ihre Markenbotschaft übermitteln können. Ein erfolgreiches Pitchdeck präsentiert nicht nur Ihr Unternehmen, sondern es begeistert Investoren und überzeugt sie, den Deal mit Ihnen abzuschließen. Vertreter der Indie Beauty Media Group kennen die beiden Seiten des Investitionsgeschäfts, als Käufer und als Verkäufer. Diese beidseitige Perspektive ist ein klarer Vorteil, denn so weiß das Unternehmen, was Investoren von einem Pitchdeck erwarten und wie eine erfolgreiche Präsentation aussieht.

 

Es ist nicht notwendig, zur Kapitalbeschaffung einen perfekten Plan zu präsentieren, doch Sie sollten verstehen, welches Risiko Ihr möglicher Kapitalgeber eingeht, und dies in Ihrer Präsentation ansprechen.


Das Feedback der Leser und die überwältigende Besucherzahl unserer BeautyX Capital-Summit-Veranstaltung zur Gewinnung von Investoren zeigen uns , dass die Markengründer sehr daran interessiert sind, zu erfahren, worauf es im Einzelnen bei Auswahl und Erstellung der richtigen Präsentationsunterlagen für mögliche Geldgeber ankommt. Die typischen Fehler, die wir bei Marken feststellen konnten, sind für uns der beste Ausgangspunkt. Nachfolgend stellen wir übliche Fehler eines Pitch-Deck vor, die es zu vermeiden gilt.

ONE-SIZE-FITS-ALL? NEIN! EIN PITCHDECK PASST NICHT FÜR ALLE INVESTOREN

Spoiler-Alarm: Bei der Finanzakquisition sollten Sie sich nicht auf ein und dasselbe Pitchdeck verlassen. Verbraucher, die an den Produkten oder Dienstleistungen Ihrer Marke interessiert sind und diese kaufen möchten, sprechen Sie am allerbesten mit personalisierten Botschaften an. Genauso individuell sollten Sie auch Ihre einzelnen Pitchs gestalten, und zwar so, dass sie den jeweilig unterschiedlichen Zielvorstellungen Ihrer potenziellen Investoren entsprechen. Letztendlich sind auch sie Kunden – Kunden Ihres Geschäftsmodells.

 

Wie viele Informationen Sie preisgeben, sollte bei der Planung Ihres Pitchdeck wohl überlegt sein.

 

In der Umsetzung bedeutet das, dass Sie sich ausführlich über den Investor informieren sollten – bevor Sie mit ihm in Verhandlung treten: Welchen Hintergrund hat das Unternehmen und wie sieht das Anlagemanagement aus? Welche Anlageerfahrung kann er oder sie nachweisen? Wie arbeiten die Experten, mit denen Sie sich treffen werden? Was gilt es sonst noch zu beachten? Wichtig ist es, im Rahmen Ihrer Recherche zu erfahren, warum der Investor in Ihre Marke investieren möchte, wie stark er sich wirklich dafür interesseiert und welches fachliche Know-how er für ihren Themenbereich hat.


Wenn ein Investor beispielsweise sehr interessiert und bereit ist, in die Beauty-Branche zu investieren, aber in dieser Sparte vielleicht noch keine Erfahrungswerte besitzt, müssen Sie das Gespräch möglicherweise darauf ausrichten, Ihr Produkt und Ihre Branche detailliert zu erläutern. Verfügt der Investor im Gegensatz dazu jedoch über ein ausgeprägtes Beauty-Fachwissen, sieht sich aber nicht veranlasst, aktuell in die Branche zu investieren, ist es natürlich sinnvoller, den möglichen Geldgeber auf die Marktchancen aufmerksam zu machen, anstatt ihn über das Produkt oder die Branche zu informieren.


Wie viele und welche Informationen Sie preisgeben, sollte Sie bei der Planung Ihres Pitchdecks beachten. Für ein erstes Meeting kann eine allgemein gehaltene Präsentation genügen, um zunächst die Aufmerksamkeit des Investors auf sich zu ziehen und das Interesse an weiteren Informationen über Ihr Unternehmen zu wecken. Sind Sie mit Ihrem Investor jedoch bereits auf dem Weg der „Due Diligence“ (Anlageprüfung im Detail), ist ein vertrauliches Deck mit allen Informationen, die für eine Entscheidung Ihres Investors erforderlich sind, unabdingbar.

 

Bei einem überzeugenden Argument geht es nicht darum, was Sie wissen. Vielmehr geht es darum, was Sie Ihren Gesprächspartnern vermitteln können.

KEIN ROTER FADEN

Es gibt eine Reihe von frei verfügbaren Ressourcen, die Unternehmen darüber informieren, welche Details in einem Pitchdeck enthalten sein sollten. Eine einfache Google-Suche führt zu einer recht guten und verständlichen Ergebnisliste. Besonders wichtig ist es, dass sich durch alle einzelnen Punkte ein roter Faden zieht. Warum? Damit Ihre Argumente in ihrer Gesamtsumme aussagekräftiger sind, als jedes einzelne für sich.

Denn letztendlich geht es bei einem überzeugenden Argument nicht darum, was Sie wissen. Vielmehr geht es darum, was Sie Ihren Gesprächspartnern vermitteln können. Nutzen Sie die Fakten Ihres Unternehmens für eine Darstellung, die begeistert und überzeugt. Machen Sie die Entscheidung, in Ihr Unternehmen zu investieren, für Investoren zu einem Kinderspiel und zu einem logischen Folgeschritt. Das funktioniert, indem Sie mit unwiderlegbaren Beweisen ihre Hypothesen begründen. Ein Beispiel: Wenn Beauty Independent zum Beispiel eine Investmentfinanzierung anstreben würde, bräuchten wir potenzielle Investoren, die sich gleich auf mehrere Hypothesen einlassen würden. Dazu zählen beispielsweise Hypothesen, dass der Beauty Markt wachsen wird, dass es eine steigende Frage nach individuellen Produkten von unabhängigen Kosmetikmarken geben wird, dass es eine mangelnde Unterstützung für diese unabhängigen Kosmetikmarken gibt, inklusive der fehlenden Presseberichterstattung.  

UnINteressant FÜR DEN INVESTOR
Ein Pitch „von der Stange“ sorgt vor allem dafür, dass Investoren, die nach unverwechselbaren und innovativen Marken suchen, ganz schnell das Interesse verlieren.

 

Wenn Sie selbst schon einmal auf der Suche nach neuen Mitarbeitern eine ganze Serie von Vorstellungsgesprächen führen mussten, wissen Sie ganz genau, wie anstrengend es werden kann, einen potenziellen Kandidaten nach dem anderen zu treffen. Ebenso können Sie bestätigen, dass sich Kandidaten durch ihre Standardantworten bei Vorstellungsgesprächen kaum noch voneinander unterscheiden. Genauso, wie Personalverantwortliche nach dem richtigen Mitarbeiter suchen, werden einem Investor Hunderte von Pitches präsentiert, bevor er oder sie entscheidet. Wenn Sie möchten, dass Ihr Pitch genau der eine Treffer aus 100 ist, müssen Sie sich ganz klar von der Masse abheben. Durch eine einprägsame und eindrucksvolle Gestaltung Ihrer Präsentation bleiben Sie in Erinnerung. Begeistern Sie Investoren mit einer Probe Ihres Produktes und erzählen Sie Ihre Markengeschichte. Seien Sie kreativ und zeigen Sie Leidenschaft. Doch vermeiden Sie unnötigen Schnickschnack und achten Sie darauf, Ihre Glaubwürdigkeit zu wahren.

 

IN DIE DEFENSIVE GEHEN

Ihre Aufgabe ist es, angetrieben von Leidenschaft, Ihr ganzes Leben in den Aufbau Ihrer Marke zu investieren und sich selbst als unerschöpflich optimistische Quelle zu verstehen, die nichts unversucht lässt, um die eigene Marke und ihre Geschichte meisterhaft zu verkaufen. Die Aufgabe eines Investors im Gegenzug ist es, die Schwachstellen in Ihrer Geschichte herauszufinden. Es mag sich manchmal wie ein persönlicher Angriff anfühlen, das ist es aber nicht. Investoren müssen erkennen, wie hoch das Risiko bei einer möglichen Beteiligung ist.


Jede Geschichte hat ihre Schwachstellen, doch ihre Existenz ist noch lange kein Grund, den Deal nicht abzuschließen. Der Grund, dass der Deal platzt liegt eher darin, dass die Schwachstelle nicht von Ihnen vorhergesehen wurde, dass sie diese nicht analysieren konnten und daher keinen Plan vorstellen können, der diese Schwachstelle kurz bzw. mittelfristig beseitigt.  Zeigen Sie Ihren Investoren, dass Sie sich Ihrer Schwachstellen bewusst sind und sie im Blick haben. Schlussendlich sind es natürlich Ihre Erfahrung, die Kompetenz Ihres Teams und das Leistungsversprechen auf Ihr Produkt, die bestimmen, wie groß das Interesse der Investoren an einer Unternehmensbeteiligung ist. Wenn Sie jedoch diese vier üblichen Fehler vermeiden, steht einer effektiven Kommunikation Ihrer Schlüsselfaktoren nichts mehr im Wege.