Sustainability Champions: Diese Brands sind Vorreiter

Anlässlich der diesjährigen Beacon Awards haben wir uns die Kategorie „Sustainability Champion“ genauer angeschaut und stellen 6 Brands vor, die in Sachen Nachhaltigkeit den Ton angeben.

Nachhaltigkeit ist zu einer der wichtigsten Voraussetzungen für die Beauty-Industrie geworden. Brands können es sich heute kaum mehr erlauben, nicht nachhaltig zu denken und zu handeln. Vom umweltschonenden Umgang mit Ressourcen, über faire Arbeitsbedingungen bis neuartige Verpackungsmaterialien – diese Brands zeigen, wie Sustainability im Jahr 2020 in der Beauty-Branche aussehen sollte.

Aether Beauty

„Cleanes Make-up ohne Kompromisse“ versprechen viele – doch nur die wenigsten Brands können damit wirklich überzeugen. Aether Beauty gehört definitiv zu denjenigen Marken, die diesen Mehrwert liefern. Gründerin Tiila Abbitt arbeitete sieben Jahre lang bei Sephora, die zwei letzten davon als Senior Director für Produktentwicklung. Sie weiß damit genau, was KonsumentInnen von cleanem Make-up erwarten, und woran so viele Marken letztendlich scheitern.

Auf der Suche nach derselben Wirksamkeit bei grüner Kosmetik wie es traditionelle Formulierungen liefern, wurde auch Tiila Abbitt immer wieder enttäuscht – besonders von Lidschattenpaletten. „Ich glaube, es gibt eine allgemeine Müdigkeit bei Paletten, aber eben nicht für diejenigen, denen clean Beauty wichtig ist, weil es wenige Optionen in diesem Segment gibt. Es herrscht Langeweile und ich wollte Verspieltheit in diese Kategorie reinbringen.“

Aether Beauty verzichtet beim Design auf Spiegel und Magnete, sodass die Verpackung komplett recycelt werden kann.

Daraufhin lancierte sie 2018 mit Aether Beauty ist erstes Produkt: die Rose Quartz Crystal Gemstone Palette mit 12 Lidschattenfarben, die sowohl für den Tag als auch für den Abend genutzt werden kann. Die Texturen reichen von ultra-matte bis metallisch-schimmernd. Die Formulierungen enthalten Rosenquarz-Edelstein-Puder für die Lichtreflexe und seine hautverbessernden Eigenschaften, Bio-Hagebuttenöl für den Glow, sowie Kokosnussöl und Shea Butter in Bio-Qualität für eine weiche Textur.

Für das Packaging wird FSC-zertifiziertes Papier und Soja-Tinte verwendet. Spiegel und Magnete ließ die Gründerin gänzlich weg. Dadurch können die sogenannten „Pans“, in denen die gepressten Lidschattenpuder sitzen, einfach rausgenommen werden, und die gesamte Verpackung recycelt werden. „Der Brand-Slogan lautet „Supercharged Sustainable Beauty“, und es ist eine nachhaltiges Unternehmen, mit nachhaltigem Packaging und Formulierungen. Ich werde keine Entscheidungen treffen, die nicht für KundInnen und die Erde richtig sind.“ Das Sortiment erweiterte Tiila Abbitt seither um weitere Paletten sowohl für die Augenpartie als auch die Wangen.

 

Alpyn Beauty

Das Wetter hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Zustand unserer Haut – ob bei eisiger Kälte oder extremer Hitze. Das fand auch Kendra Kolb Butler schnell heraus, als sie jobbedingt von New York nach Jackson in Wyoming zog. Die Stadt liegt auf einer Höhe von fast 2000 Metern, die Luftfeuchtigkeit ist sehr gering und die Temperaturumschwünge sind extrem. Kendra Kolb Butler, die eine lange und erfolgreiche Karriere in der Beauty-PR hatte, wollte eine Hautpflege kreieren, die gegen genau solche äußere Einflüsse schützt.

Sie gründete Alpyn Beauty und eröffnete in Jackson die Alpyn Beauty Bar vor circa fünf Jahren. Die Inhaltsstoffe für ihre Pflege fand die Entrepreneurin praktisch vor ihrer Nase: „Mein ganzes Konzept basiert darauf, lokale Pflanzen zu nutzen. Sie finden einen Weg, diese Klima-Konditionen zu überleben, denen auch unsere Haut ausgesetzt ist. Sie sind nah an der Sonne, müssen aber auch gegen die Kälte bestehen.“

Wildharvesting in den Rocky Mountains: Alpyn Beauty nutzt die Kraft der beständigsten Power-Pflanzen.

Kendra Kolb Butler nutzt die Stärke dieser in den Rocky Mountains wachsenden Botaik in ihren Produkten und liefert ihrer regionalen Kundschaft – und natürlich weit darüber hinaus – eine Skincare, die gegen jegliche Umwelteinflüsse resistent ist. Arnika und Kamille werden dafür wild gesammelt, Borretsch, Salbei und Calendula in den umgebenden Bergen kultiviert. Die Wildsammlung ist dabei besonders wichtig, da die Pflanzen zu ihrem optimalen Zeitpunkt in ihrer natürlichen Umgebung gepflückt werden. Die Pflanzen bleiben intakt, die Ernte zu Hundertprozent nachhaltig.

„Ich glaube, dieser Prozess wird in Zukunft noch mehr mainstream aufgrund seines nachhaltigen Aspekts. Ich bin verblüfft, dass nicht mehr Menschen dies machen.“ Dass das Konzept funktioniert, zeigt sich auch durch die Retailer, die an Alpyn Beauty glauben: Die Produkte sind u.A. bei Credo, Goop und Sephora erhältlich.

Axiology

Ökologisch, tierfreundlich und „evil-free“ – das sind die Eckpfeiler der Brand Axiology von Gründerin Ericka Rodriguez. Die Marke für vegane Lippenstifte ohne schädliche Inhaltsstoffe steht für äußerste Transparenz auf allen Ebenen. Axiology gehört zu den wenigen Zero Waste Beauty Brands: die Balmies sind in recycelbares Papier gewickelt und in kleinen Schachteln verpackt, die auf Bali aus recyceltem Abfall produziert werden. Die Hülsen der Lippenstifte werden aus recycelten Plastik-Waren, die ihren Lebenszyklus als Konsumgut abgeschlossen haben, gefertigt.

„Wir sind ein planet-first Beauty-Unternehmen, warum unsere Hauptinspiration darin bestand, einen Zero Waste und mehrfach nutzbaren Stift zu entwickeln, der das dringende Bedürfnis nach Nachhaltigkeit in unserer Industrie stillt. Darüber hinaus wollen wir Clean Beauty mehr Menschen zugänglich machen.“

Axiology arbeitet nach dem Zero-Waste-Prinzip und unterstützt zudem ein Frauenkollektiv auf Bali.

Die Produkte sind sowohl für die Lippen, als auch die Augen und die Wangen verwendbar. Ericka Rodriguez verzichtet auf Palmöl, dafür kommen etwa Hanf- und Pflaumenkern-Öl, oder Kokumbutter zum Einsatz. Sie sind somit reichhaltig, samtig, pflegend und trotzdem farbintensiv.

Seit ihrem 14. Lebensjahr ist Ericka Rodriguez Tierschutzaktivistin. Bei Axiology ist es ihr wichtig, KonsumentInnen über das eigentliche Produkte hinaus zu informieren und aufzuklären. Auf dem Blog der Brand gibt es beispielsweise Artikel über die Wichtigkeit von Intersectional Environmentalism und warum Squalane so umstritten sind.

 

Cleo + Coco

2017 gründete Suzannah Raff Cleo + Coco, eine Brand für natürliche Deos und damit gleichzeitig eine der ersten, die Aktivkohle in den Formulierungen nutzte. Darüber hinaus enthalten die Deodorants Kokosnussöl, Shea Butter und auch Bentonit-Tonerde.

Als Suzannah Raff startete, kamen die Produkte von Cleo + Coco noch in Papierverpackungen daher. Doch die KonsumentInnen beschwerten sich über die Handhabung. Sie wechselte zu BPA-freien Plastikbehältnissen und änderte auch den Look der Brand. Doch auch das schien bei Retailern und KundInnen nicht anzuschlagen. Anfang des Jahres tat sie sich mit einer Kreativagentur zusammen, die das gesamte Design überarbeitete. Das Resultat: ein minimalistisch-modernes Design, das mehr nach Luxus als öko aussieht.

Modernes Design trifft Naturkosmetik: die Deos von Cleo+Coco.

„Ich möchte einen Schritt über einem typischen grünen Produkt sein“, sagt die Gründerin. Deshalb reicht es ihr „aluminiumfrei“ auch nicht als USP. „Wir müssen KundInnen beibringen, dass es um die Qualität des Inhaltsstoffe geht“, findet sie. Neben den Deos bietet Cleo + Coco auch ein Trockenschampoo an, das zusätzlich als Körperpuder verwendet werden kann. Kürzlich lancierte das Label ein Zero-Waste-Deo in fester Form, das in einem Bio-Baumwoll-Säckchen daher kommt. Der untere Teil des Deos ist mit einem biologisch abbaubaren Wachs umwickelt, das die Hände sauber hält.

 

Loli

 Warum fügen wir unseren Produkten Wasser hinzu, wenn KonsumentInnen das selbst machen können? Diese Frage stellte sich Tina Hedges, Gründerin von Loli. Sie entwickelte ihre Marke in einem minutiös durchdachten Prozess zu einer Zero Waste, Faire Trade, biologischen und ethischen Skincare-Brand in Lebensmittelqualität. Die Abkürzung Loli steht dabei für „Living Organic Loving Ingredients“, die Produkte sind – natürlich – wasserfrei.

Tina Hedges überlegt bei jedem Schritt, den sie geht, nicht nur zwei Mal, sondern so lange, bis sie mit dem Ergebnis absolut zufrieden ist. Ihre Produkte haben mehrere Nutzungsbereiche, sie selbst nennt sie „das weiße T-Shirt der Skincare-Routine“. Das Plum Elixir etwa kann für das Gesicht, die Haare, das Décolleté und die Lippen verwendet werden.

Ohne Wasser, bitte: Loli ist wasserfreie Pflege in höchster Lebensmittelqualität.

Die Masken kommen als Puder in wiederverwendbaren, auffüllbaren und bruchsicheren Joghurt-Glas-Behältern daher, die KundInnen Zuhause selbst anrühren können. Diese und auch die Scrubs können aber nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Aloe Vera, Säften, Jogurt oder Essig zubereitet werden. Die Inhaltsstoffe bezieht die Entrepreneurin aus den Abfällen der Lebensmittelindustrie und bindet gekonnt das Prinzip des Upcycling mit ein.

 

Codex Beauty

Eine weitere Brand in der Beauty-Industrie, die das Thema Nachhaltigkeit als essentielle Basis sieht, ist Codex Beauty. Das Label gilt praktisch als Sustainability-Grenzenüberschreiter in der Kosmetikbranche. Das fängt etwa bei den Inhaltsstoffen an: die Rohstoffe werden mithilfe von Wildsammlung umweltfreundlich und schonend geerntet. Die Formulierungen werden dank der neuesten Kenntnisse der Wissenschaft kreiert und sind klinisch getestet. Die Tuben der Produkte bestehen aus Karbon-reduzierendem Polyethylen aus erneuerbarem Zuckerrohr. Alle Verpackungen sind PEFC-zertifiziert und vollständig recycelbar.

Das Unternehmen kontrolliert die gesamte Supply Chain und stellt auf jeder Ebene sicher, dass ethisch und qualitativ gearbeitet wird. So entwickelte Codex Beauty auch ein völlig neuartiges, patentiertes Konservierungssystem in Lebensmittelqualität ganz ohne synthetische Chemikalien, also eine rein pflanzliche Konservierungsmethode. Gründerin Barbara Paldus entwickelte Codex Beauty zum Aushängeschild einer technologisch fortschrittlichen, super-nachhaltigen Clean-Beauty-Brand.

 

 

Hero Image Courtesy of Loli.

 

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