SWYPE Cosmetics macht Hautpflege so einfach wie das “Wischen” auf dem Smartphone

Praktisch, schnell auftragbar und dabei noch hübsch verpackt: das alles sollte die Kosmetik von heute können, wenn es nach Gründerin Ebru Tuna geht. Ähnlich wie die Einfachheit eines “Swipes” auf dem Smartphone will sie genau das auch für die Hautpflege. Dabei bedeutet Skincare für sie weitaus mehr, als eine reine Notwendigkeit. Die Produkte ihrer noch jungen Berliner Brand SWYPE Cosmetics sind sowohl in speziellen Beauty-Läden, als auch in Fashion-Stores zu finden. Beauty Independent hat mit ihr über das Konzept ihrer Brand, eine “instagrammable” Ästhetik und die Verschmelzung von Mode und Beauty gesprochen.

Liebe Ebru, wie kam es zur Gründung von SWYPE Cosmetics? Was waren Ihre Beweggründe, Ihre eigne Kosmetikmarke zu launchen?

Schon als kleines Mädchen wurde ich immer von den wunderbar elegant geschminkten Frauen in klassischen türkischen Filmen der 60er, 70er und 80er Jahre inspiriert. Sie strahlten Kraft und Schönheit aus, so wie ich immer sein wollte. Obwohl ich in Deutschland geboren bin, stammt meine Familie aus der Türkei. In der Türkei ist Körper- und Gesichtspflege natürlich und selbstverständlich, und das nicht nur für Frauen!

Meine Großmutter, sie war eine Art Schamanin in ihrem Dorf, stellte immer Pflege-Tinkturen aus verschiedenen mediterranen Kräutern und Gewürzen her. Ich war schon immer fasziniert von dem geheimnisvollen Image von Hautpflege; die Zusammensetzung, die Farben, die Verpackung, einfach faszinierend! Ich habe das sicherlich von meiner Großmutter geerbt.

Was haben Sie davor beruflich gemacht?

Ich habe nach dem Abitur Jura studiert. Im Laufe der Zeit habe ich aber gemerkt, dass Mode und Kosmetik meine echte Leidenschaft sind. Da ich neben dem Studium immer in diesem Bereich gearbeitet hatte, war es letztlich eine logische Weiterentwicklung, SWYPE Cosmetics zu gründen.

Von der ursprünglichen Idee bis zur finalen Lancierung: Wie lange hat der Prozess insgesamt gedauert?

Zwei Jahre. Die ersten Konzepte und Ideen sind im Sommer 2018 entstanden. Von da an ging es step-by-step im Trial-and-Error-Verfahren. Der Launch war im März 2020.

Welche war die größte Herausforderung, der Sie bei der Gründung Ihres eigenen Unternehmens begegnet sind?

Wenn man, wie ich, nicht auf bestehende unternehmerische Strukturen oder einen eigenen PR- und Marketingapparat zurückgreifen kann, war es anfangs schwer einfach zu entscheiden: Was ist wichtig und hat Priorität? Schlichtweg: Was mach ich als erstes? Es war erst eine große Challenge zu verstehen, dass man die ständig verschiedenen Tasks im Daily Business „jonglieren“ muss. Aber darin bin ich mittlerweile ganz gut!

Auch war es eine Herausforderung, Dienstleistern meine eigene Vision zu kommunizieren und auszudrücken, was ich wirklich wollte. Man läuft schnell Gefahr, dass das Gegenüber einem konventionelle Lösungen anbieten will, weil deine eigene Vision einfach – noch – nicht verstanden wird. Aber ich habe mittlerweile ein kleines, aber feines Team um mich herum, das meine Sprache spricht.

Gründerin von SWYPE Cosmetics, Ebru Tuna, studierte Jura bevor sie sich mit ihrem eignen Beauty-Label selbstständig machte.

Was hat es mit dem Brand-Namen auf sich? Warum SWYPE?

Hautpflege, Make-up und Mode spielen in meinem täglichen Leben eine große Rolle. Ich lebe einen aktiven und spontanen Lebensstil und kann keine riesige Kosmetiktasche mit mir herumtragen, wenn ich morgens vom Fitnessstudio zu Meetings und gleich danach zu einem Date gehe. Abgesehen davon fehlten mir die notwendigen, essentiellen Produkte, die ich in jeder Situation schnell zur Hand benötige.

Genau wie eine App auf dem Handy wollte ich deswegen Produkte kreieren, die einen bei den täglichen Aktivitäten unterstützen und einem den Wechsel von einer Situation zur nächsten so einfach machen wie ein „Swype“ auf dem Smartphone. Daher der Name. Genauso schnell, wie man von einer App zur anderen, von einem Post zum nächsten, und von einem Post zu einem Link „swypt“, genauso sollen die Produkte sein. Ich glaube, viele Frauen empfinden das so. Warum sollte man sich zwischen einem aktiven, modernen Lebensstil oder einem guten Aussehen entscheiden, wenn man beides haben kann?

Sowohl das cleane Design, als auch die Sprache auf der Webseite – und natürlich der Labelname – sind sehr jung, modern, minimalistisch. Warum haben Sie sich für diesen Look & Feel entschieden?

Für mich war die Verpackung der meisten Hautpflegeprodukte zu klinisch und kaum unterscheidbar. Wir wissen alle, dass Weiss sauber und rein bedeutet, und daher wird meistens auf ein derartiges Designkonzept bei Pflegeprodukten gesetzt. Aber was wird dann kommuniziert? Eine „Notwendigkeit”, aber nicht: „es macht Spaß, sich zu pflegen und gut auszusehen!“

Hautpflege ist aber keine Last, sondern macht Freude! Es sollte Spaß machen, SWYPE zu benutzen, und ich wollte, dass die Verpackung dies mit ihrer “Freshness” und Fröhlichkeit auch bei der Farbgebung widerspiegelt. Außerdem wollte ich, dass wenn ich jeden Tag ein bestimmtes Produkt benutze und in meiner Tasche auch herumtrage, es einfach schön gestaltet ist. Wenn z.B. mein Super Lifter aus der Handtasche purzelt, sollte keiner denken, dass ich gerade vom Dermatologen komme.

Inwiefern unterscheiden sich die Produkte von denen, die es bereits auf dem Markt gibt? Worin liegt ihre Besonderheit?

SWYPE passt sich meinem Lifestyle an. Es sind Pflegeprodukte, die einfach, aber wirkungsvoll funktionieren. Ich muss mir keine Gedanken machen, aber auch keine Angst haben, dass ich meine Haut oder die Umwelt mit unnötigen Schadstoffen belaste. Dabei entspricht meine Skincare auch meinem Anspruch an Ästhetik und Style.

Die Rohstoffe für unsere Rezeptur beziehen wir von kleinen, zertifizierten Produzenten und entwickeln die Formulierung in unserem Labor in Berlin Tempelhof mit meiner Chemikerin, die über zehn Jahre Erfahrung in der Kosmetik Branche gesammelt hat.

Letztlich ist alles bei SWYPE mit sehr viel Anspruch und Liebe zum Detail produziert worden.

Vier Produkte hat die Brand bisher im Sortiment: Super Lifter, Magic Cleanser, Power Moisturizer und – ganz neu – Ultra Protector.

Welches Produkt ist Ihr Favorit und warum?

Sehr schwer zu beantworten! Alle meine Produkte verdienen die gleiche Liebe…. Aber den Super Lifter benutze ich am häufigsten. Es ist so ein wunderbares Produkt. Ich setze es in verschiedensten Situationen ein.

Manchmal zusammen mit dem Power Moisturiser, um meine Haut intensiver zu pflegen, ganz oft als Retouch während des Tages, definitiv vor dem Ausgehen. Manchmal tut es gut, es als „Break“ zu verwenden, wenn ich super gestresst oder schlecht gelaunt bin. Es hebt dann direkt meine Laune!

Ich denke daher, dass eine strahlende Haut genauso Teil dieser Selbstdefinition einer Person sein sollte, wie eine Designer-Bag oder ein tolles Outfit.

SWYPE gibt es nicht nur in speziellen Beauty-Stores, etwa Philokalist, sondern außerdem im Fashion-Store The Corner Berlin. Sind Ihre KundInnen also auch jene, die in High-Fashion investieren?

Mode wird oft als rein dekorativ und luxuriös verstanden. Hautpflege als Notwendigkeit. Aber was ist Fashion? Es ist, wie ich will, dass die Welt mich sehen soll und letztlich, wie ich mich selbst sehe. Und dazu gehört doch aber auch das schönste, was wir haben: Unser eigener Körper und das Gesicht. Ich denke daher, dass eine strahlende Haut genauso Teil dieser Selbstdefinition einer Person sein sollte, wie eine Designer-Bag oder ein tolles Outfit. Für mich gehört das alles zusammen und sollte nicht aufgeteilt werden in Fashion und Pflege.

Ich will Kunden und Kundinnen aus allen Bereichen ansprechen. Die erfolgreiche, reife Person genauso wie die modebewusste Studentin. Hautpflege und das Bewusstsein dafür sollte nicht ein Privileg einer bestimmten Klientel sein, sondern eine Bereicherung des Alltags für jede*n, der/die sein Leben aktiv und bewusst lebt und gestaltet.

Müssen Beauty-Brands heute – neben Faktoren wie Wirksamkeit, Preis-Leistung, Inhaltsstoffen – auch „instagrammable“ sein, um aus der Masse hervorzustechen?

Die letzten zwei Jahre, seit ich SWYPE gestartet habe, haben mir bewusst gemacht, wie wichtig diese Präsenz in den sozialen Medien ist, vor allem, da SWYPE als Konzept ja genau diese Realität reflektiert. Wenn die KundInnen so schnell neue Produkte in einem Instafeed wahrnehmen und draufklicken, dann müssen die Produkte für die KundInnen diese Dynamik auch widerspiegeln und wiederum die Produkte auch deswegen instagrammable sein. Es kommt darauf an die schnellen Eindrücke und Emotionen der KundInnen aufzugreifen und genauso schnell, prägnant und straight-forward die eigenen Produkte zu kommunizieren.

SWYPE spiegelt den Zeitgeist wider, aber ist dennoch zeitlos. Social Media, Smartphones, Apps sind einfach Teil unserer Realität. Und ich will mit SWYPE den KundInnen die Möglichkeit geben, ihr „Beauty Regiment“ genauso aktiv und spontan in ihren Alltag zu integrieren, wie die Apps auf ihren Smartphones und Tablets. Aber SWYPE ist deswegen kein „Instagram-Produkt“ oder zielt alleinig auf eine bestimmte Vermarktungsform ab. Es ist nicht für den Zeitgeist kreiert, sondern ist Kind des Zeitgeistes und geht daher seinen eigenen Weg.

Was sind Ihre zukünftigen Pläne? Was ist Ihre Vision für SWYPE?

Hautpflege ist für mich ein kleines bisschen Magie im Alltag. Die vorhandene Schönheit in uns allen wird unterstrichen, wie ein Rahmen für ein Gemälde. Gut und gesund auszusehen hilft uns, uns selbst zu respektieren, zu lieben und zu schätzen. Wir kommunizieren und leben dadurch unsere Persönlichkeit, unsere Professionalität und unsere Emotionen. Ich glaube, wir alle haben eine Ausstrahlung in uns, die wir uns manchmal nicht trauen, scheinen zu lassen. Daher ist meine langfristige Vision für SWYPE einen Lifestyle zu kommunizieren, der diesen Anspruch ausdrückt und zu dem dann nicht nur Pflegeprodukte, sondern vielleicht auch Parfums oder Fashion gehören können.

Hero Image Courtesy of SWYPE Cosmetics / Yvonne Kollosche PR