Top 3: Indie Beauty News im ersten Jahresquartal

Im neuen News-Format von Beauty Independent teilen wir ab sofort einmal im Monat die spannendsten Neuigkeiten innerhalb der Indie Beauty Branche. Seien es innovative Neulancierungen von Indie Beauty Brands, interessante Marketing-Moves, Übernahmen durch Großkonzerne, Investitionen oder Chancen und Möglichkeiten, die sich durch neue Förderprogramme oder Plattformen ergeben. Wir geben einen Überblick, was sich in der Indie Beauty Industrie tut. Für den Anfang blicken wir einem Produkt-Launch von Indie Beauty Brand Shamanic entgegen – und auf Übernahmen und Entwicklungen im ersten Jahresquartal zurück.

 

#1 Shamanic Cosmetics launcht Hand Wash to Go

Die Stuttgarter Marke Shamanic tut es als eine der ersten Indie Beauty Brands in der DACH-Region großen Konzernen wie LVMH oder Estée Lauder gleich und nutzt ihre Expertise, Strukturen und Ressourcen, um sich dem aktuell weltweit relevanten Thema Handhygiene anzunehmen. Bereits am Donnerstag kündigte die Brand via Instagram an, in der kommenden Woche „ein wirksames und hilfreiches Produkt“ auf ihrem Account vorzustellen. Mit Beauty Independent teilten sie vorab exklusiv einige Informationen dazu: Bei Hand Wash to Go handelt es sich um einen flüssigen Hand Cleanser, der eine pflegende und wirksame Lösung für hygienisch reine Hände ohne Seife und Wasser darstellt. Die Formel berücksichtigt dabei die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Neben Ethylalkohol enthält der Hand Cleanser eine Kombination wertvoller Glykole, um die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Der Ethylalkohol wie auch die Glykole werden aus brasilianischem Zuckerrohr gewonnen. Entsprechend der Philosophie von Shamanic runden zwei Wirkstoffe aus der schamanischen Naturheilkunde das Produkt ab: Das ätherische Öl der Copaíba und das Harz des Sangue de Dragos. Neben den pflegenden Inhaltsstoffen war es der Brand vor allem auch wichtig, ein Produkt zu entwickeln, das effektiv reinigt – aber unbedingt ohne den beißenden Geruch eines Desinfektionsmittels daherkommt. Hand Wash to Go zeichnet sich deshalb durch einen angenehmen, erfrischenden Duft aus.

In der kommenden Woche werden wir uns auf Beauty Independent noch einmal tiefergehend mit dem Beauty-Trend rund um Handreinigung, Desinfektionsmittel und der Frage, welche Chancen das Thema für Indie Beauty Brands birgt, auseinandersetzen. Abonniert unseren Newsletter, um über die neuesten Artikel auf dem Laufenden gehalten zu werden.

Shamanic Hand Wash to go Shamanic Special Cream Oil
Die Formel von Hand Wash to Go basiert auf den Empfehlungen der WHO. Credit: Shamanic Cosmetics

 

#2 Beiersdorf erwirbt Stop the Water while using me

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf und die Naturkosmetikmarke Stop the Water while Using Me stammen beide aus Hamburg – und machen nun gemeinsame Sache. Beiersdorf hat die 2011 gegründete Brand im Februar mit in sein Markenportfolio aufgenommen. Das Geschäft von Stop the Water while Using Me wird dabei aber laut Pressemitteilung weiterhin unabhängig geführt. In enger Zusammenarbeit wollen die beiden Firmen Nachhaltigkeitsthemen intensiver angehen und ihr Engagement zum Klima- und Ressourcenschutz gezielter vorantreiben. Dabei erklärt Nina Witt, Geschäftsführerin von Stop the Water while Using Me, die Übernahme sei eine Win-Win-Situation für beide Seiten: „Beiersdorf bietet uns ein Umfeld, in dem wir unabhängig unsere Purpose-Arbeit vorantreiben, unsere Message verbreiten und gleichzeitig mit einem starken Partner unsere Nachhaltigkeitsambitionen maximieren können. So werden wir unsere Impulse zukünftig noch schneller in Impact verwandeln.“

Für Beiersdorf, zu dem Unternehmen gehören unter anderem die Marken Labello und Nivea, ist der Erwerb der Naturkosmetikmarke insbesondere mit Blick auf ihre sogenannte Care + Strategie ein weiterer Schritt nach vorn. Nach dieser Strategie handelt das Unternehmen seit etwa einem Jahr: Im Fokus steht dabei, durch verschiedene Maßnahmen mit den Umbrüchen in der Beauty-Industrie und besonders im Bereich „Consumer“ mitzuhalten. In diesem Zuge investiert der Konzern speziell in Internationalisierung, Innovationen, Digitalisierung sowie Mitarbeiterqualifizierung. Priorität haben besonders die Erschließung neuer Wachstumsmärkte und Geschäftsfelder, die Stärkung der Hautpflege-Kategorien im Portfolio, die Beschleunigung der Digitalisierung – von Konsumentenbindung bis hin zu Geschäftsprozessen –, eine kontinuierliche und ergebniswirksame Produktivitätssteigerung sowie gesellschaftliches Engagement. Bereits im vergangenen Oktober zeichnete sich ein organisches Umsatzplus von 4,3 Prozent für die ersten neun Monate des Jahres 2019 bedingt durch diese Neuausrichtung ab. Die Übernahme von Stop the Water while Using Me soll die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens im Rahmen der Care+ Strategie unterstützen.

Stop the Water while using me Produkte
Stop the Water while using me wurde 2011 in Hamburg gegründet und gehört nun zum Markenportfolio von Beiersdorf. Credit: PR

 

#3 Wegen Corona-Krise: Douglas erleichtert Brands und Händlern Zugang zum Marktplatz

Vor Hintergrund der Corona-Krise erleichtert es Douglas nun onlinefähigen Händlern und Markenshops, ihr Warenangebot über douglas.de zu verkaufen. Für die kommenden drei Monate werde man neuen Partnern Vorzugskonditionen für die Freischaltung auf dem Douglas-Marktplatz bieten, sagte Vanessa Stützle, Douglas Group EVP E-Commerce & CRM. Laut Pressemitteilung wird sich eine eigens eingerichtete Task Force ab sofort um die eine schnelle, unbürokratische Prüfung und Freischaltung neuer Partner kümmern.

Um Produkte auf dem Douglas-Marktplatz anzubieten, müssen seitens Brands folgende Voraussetzungen erfüllt werden: Erstens, müssen digitale Produktdaten vorhanden sein. Zweitens, müssen etwaige Partner ihre Produkte per DHL selbst innerhalb Deutschlands versenden können. Tina Müller, CEO der Douglas Group, erklärte: „Als Omnichannel-Händler können wir einen Teil der Auswirkungen des ausgesetzten Filialhandels über eine fokussierte Fortführung unseres Online-Handels abfedern. Kleinere Händler und Markenshops haben diese Möglichkeit in dieser Form häufig nicht. Wir möchten sie dabei unterstützen, ihre Produkte über unseren Marktplatz einem Millionenpublikum anzubieten und stärkere Umsätze mit ihrem Sortiment online zu erzielen.“

Brands, die Interesse haben, ihre Produkte über den Douglas-Marktplatz anzubieten, können sich per Mail direkt an die Ansprechpartner der Task Force wenden: PartnerProgram@douglas.de

Douglas Filiale Logo
Douglas erleichtert Händlern und Markenshops seit Ende März für drei Monate den Zugang zum eigenen Marketplace des Unternehmens. Credit: PR

 

Good to know:

Im April besteht für Beauty-Start-ups erneut die Möglichkeit, L’Oréal Projekte sowie Produkte zu pitchen, um sich einen Platz im sechs- bis zwölfmonatigen L’Oréal Open Innovation Programm zu sichern. Bei diesem Förderprogramm werden jungen Brands Mentoren und Business-Insider zur Seite gestellt, um gemeinsam an der Fortentwicklung ihrer Marken zu arbeiten. Unter anderem hat auch die französische Brand Ho Karan, die bereits 2019 bei der IBE in Berlin ausgestellt hat, bei L’Oréal Open Innovation teilgenommen. Brands besuchen im Zuge des Programms auch den Start-up Campus Station F in Paris, wo L’Oréal ein Beauty Tech Atelier betreibt. Mehr Informationen zum Programm sowie zur Bewerbung gibt es hier.