Top 3: Indie Beauty News Mai 2020

In den heutigen News wirft Beauty Independent einen Blick auf Indie Beauty Neulancierungen im April sowie einen Produkt- und einen großen Brand-Launch im Mai. Außerdem dabei: ein Update zu Corona-Hilfspaketen für Start-ups und Infos zu den Gerüchten rund um den Verkauf von Make-up und Skincare Brand Charlotte Tilbury.

 

#1 i+m launcht plastik- und wasserfreie WE REDUCE!-Serie

Die Berliner Indie Beauty Brand i+m steht für zertifizierte, vegane Bio-Kosmetik, faire Produktionsbedingungen, Nachhaltigkeit und Soziales Engagement. Nun geht das Unternehmen einen nächsten Schritt weiter und lanciert Mitte Mai eine neue Serie unter dem Claim WE REDUCE!

Den Anfang machen dabei das feste Shampoo Verbene und der Lippenpflegestift Vanilla Lip Care, im Herbst folgen weitere Produkte, die alle folgendes gemeinsam haben: Sie sind plastikfrei und nur auf das nötigste Verpackungsmaterial reduziert, wobei i+m wie auch schon bei seinen Versandkartons auf Graspapier zurückgegriffen hat. Bei der Lippenpflege fällt dementsprechend auch der Drehmechanismus weg, stattdessen wird sie mit dem Finger aus dem Pappstift geschoben. Darüber hinaus sind die Formulierungen der WE REDUCE!-Produkte komplett wasserfrei und somit auf diversen Ebenen umweltschonend.

Die ersten beiden neuen Produkte der WE REDUCE!-Serie von i+m: ein Lippenpflegestift und ein festes Shampoo. Weitere Produkte erscheinen im Herbst. Images via i+m PR

Von diesen Indie Beauty Brands aus der DACH-Region gab es im April Neuigkeiten:

The Glow hat ein Travel & Trial Kit auf den Weg gebracht, bestehend aus den drei Bestsellern der Brand in Midi-Größe (mehr zum Thema Travel Sizes gibt es hier). Außerdem stehen bei dem Unternehmen alle Zeichen auf Internationalisierung, denn die Webseite gibt es nun auf Deutsch und Englisch und der Versand ist seit Mitte April europaweit möglich.

Elixr, bekannt aus „Die Höhle der Löwen“, hat Ende April als dritte Produktkategorie nach Mundzieh-Ölen und ätherischen Ölen drei Flüssigseifen herausgebracht. Auch hier liegt der Fokus wieder auf aromatherapeutischen Effekten.

gitti, das Berliner Start-up, das wasserbasierte und geruchsneutrale Nagelfarben entwickelt, hat sein Sortiment um einen komplett natürlichen, veganen und tierversuchsfreien Nagellackentferner erweitert. Dabei legte das Unternehmen Wert darauf, dass wie auch schon bei den Nagelfarben kein Lösungsmittel zu riechen ist: Der Nagellackentferner duftet dezent nach Lavendel.

Niyok, das Beauty-Start-up, das vegane Zahnpasta auf Kokosölbasis in Geschmacksrichtungen wie etwa Zitronengras & Ingwer oder Blutorange & Basilikum anbietet, zieht in weitere Einzelhandelsunternehmen ein. Nach LPG Biomarkt, Alnatura und Veganz folgte in Deutschland nun auch der Verkauf bei Biocompany. In Österreich ist Niyok nicht mehr nur bei BIPA, sondern seit zwei Wochen auch bei dm erhältich.

Nordic Cosmetics aus München setzt seit der Gründung im vergangenen Jahr für seine Kosmetik auf CBD. Nun hat die Brand nach ihrer Körper- und Gesichtspflegelinie mit einem Wimpernserum ein neues, innovatives CBD-Produkt gelauncht.

Von Ihrer Indie Beauty Brand gibt es News: Schreiben Sie uns an [email protected]

#2 Shiseido bringt neue Skincare-Brand mit Nachhaltigkeitsansatz auf den Markt: Baum

Shiseido mischt ab 30. Mai in der Kategorie naturnahe Kosmetik mit, denn dann bringt der japanische Konzern seine neue Unisex-Hautpflegemarke Baum auf den Markt. Wie schon der Name vermuten lässt, handelt es sich tatsächlich um eine Brand, die von „der Kraft der Bäume“ inspiriert ist. Die Produkte basieren zu mehr als 90 Prozent auf einer natürlichen Formulierung (Wasser inbegriffen), enthalten hauptsächlich Duftstoffe, die aus Bäumen gewonnen werden, und keine Parabene, Silikone und synthetischen Farbstoffe, teilte Shiseido via Pressemitteilung mit. Die Philosophie der Marke gründe auf dem Gedanken der „Koexistenz mit der Natur“, der in Japan seit Jahrhunderten gewertschätzt wird.

Für die Verpackungen der neuen Produkte wird upgecycletes (Eichen-)Holz verwendet, Reste eines japanischen Möbelherstellers, die bei der Produktion anfallen. Zudem wird auf Bio-Plastik und recyceltes Glas gesetzt und Refill-Optionen angeboten. Durch das Pflanzen von Bäumen ab dem kommenden Jahr, hauptsächlich Eichen, will Baum außerdem ein Zeichen für den Erhalt der Wälder setzen. Einige Setzlinge werden auch direkt in den Brand eigenen Stores gezogen. Zwei Geschäfte eröffnen zunächst in Japan, und bislang sind dort zusätzlich drei Pop-up-Stores geplant. Die offizielle Webseite der Marke geht am 14. Mai online, aktuell ist eine Preview zu sehen.

Dieser neue Store von Baum, einer von zwei Läden, eröffnet Ende Mai in der NEWoMan Shopping Mall in Yokohama. Image via Shiseido PR

#3 Wegen Corona: Deutsche Bundesregierung hat Maßnahmenpaket für Start-ups zusammengeschnürt

Am ersten April wurde es angekündigt, am 30. April fertiggestellt: das 2 Milliarden Euro-Maßnahmenpaket für Start-ups. Dieses wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Bundesministerium für Finanzen, der KfW und der KfW Capital gemeinsam ausgearbeitet. Allerdings steht noch nicht fest, ab wann das Paket von Start-ups und kleinen Mittelständlern genutzt werden kann. Hierzu heißt es lediglich: „in Kürze.“ Der Bundesverband Deutsche Start-ups e.V. berichtete hierzu: „Es ist beabsichtigt, dass im Mai die ersten Gelder fließen können.“

Das Maßnahmenpaket basiert auf zwei Säulen. Erstens, werden Wagniskapitalfonds zusätzliche öffentlichen Mittel über die sogenannte Corona Matching Fazilität zur Verfügung gestellt, damit Investoren auch während der Corona-Krise in zukunftsweisende Start-ups finanzieren. Damit soll sichergestellt werden, dass junge Unternehmen auch in der derzeitigen Phase ihren Wachstumskurs fortsetzen können.

Zweitens, werden aber auch für Start-ups und kleine Mittelständler, die keinen Zugang über die Corona Matching Fazilität haben, weitere Wege zur Sicherstellung ihrer Finanzierungen eröffnet. Hierzu wird es eine enge Zusammenarbeit mit den Ländern geben. Eine ausführliche Information stellt das Bundesfinanzministerium hier bereit.

Diese Maßnahmen bringen Österreich und die Schweiz auf den Weg:

Auch die österreichische Regierung hat Mitte April ein Hilfspaket für Start-ups präsentiert. Demnach wird es zwei Fonds geben, einen aws COVID-19 Hilfsfonds in Höhe von 100 Millionen und einen Venture-Capital-Fonds in Höhe von 50 Millionen Euro. Wann erste Anträge eingereicht werden können, steht bislang noch nicht fest. Die Abwicklung des Covid-Start-up-Hilfsfonds wird laut Austria Wirtschaftsservice (aws) über eine online-Plattform erfolgen.

In der Schweiz hat der Bundesrat Ende April beschlossen, Start-ups mithilfe eines Bürgschaftsprogramms zu unterstützen, junge, „aussichtsreiche“ Unternehmen sollen bis zu 154 Millionen Franken als Bürgschaften erhalten. Start-ups sollen Kredite beantragen können, die von Bund und Kanton sowie vom Kanton vermittelten Dritten verbürgt werden. Bürgschaftsanträge können ab morgen, Donnerstag, 7. Mai, bis zum 31. August eingereicht werden.

 

Diverse Großkonzerne haben Interesse geäußert Charlotte Tilbury zu kaufen. Image via Charlotte Tilbury PR

Am Rande notiert: Wird Charlotte Tilbury bald verkauft?

Aktuell hält Gründerin Charlotte Tilbury eine Mehrheitsbeteiligung zwischen 50 und 75 Prozent an ihrer gleichnamigen Firma. Laut Nachrichtendienst Bloomberg haben diverse Konzerne, etwa Unilever, L’Oréal, Shiseido und Puig, Interesse geäußert, die 2013 entstandene Make-up und Skincare Brand zu kaufen. Hierbei gehe es um einen Betrag von bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar. Doch ob es überhaupt zum Verkauf kommt oder ob Tilbury nur Anteile abtritt, ist bislang offen und könnte laut Quellen aber in diesem Monat bekanntgegeben werden.