Vermeiden Sie diese 6 Fehler bei einem Interview

Medienberichterstattung – oder das oft verwendete englische Wort „media coverage“ – ist für Brands unerlässlich. Insbesondere für Indie-Labels können sie sogar den Durchbruch bedeuten. Ob nun in Print- oder Onlinemagazinen oder auch auf Social Media. Doch worauf muss ich als MarkengründerIn oder -vertreter bei einem Interview achten? Einige der Punkte mögen selbsterklärend sein, doch man lernt bekanntlich nie aus. Beauty Independent hat die gängigsten Fehler für Sie nochmal aufgelistet.

 

Die Uhr tickt

 Logisch, Pünktlichkeit gilt für alle vereinbarten Termine. Zu spätes Erscheinen, ob persönlich oder am Telefon, macht nicht nur einen schlechten ersten Eindruck, es bedeutet auch weniger Zeit – für Sie. In der Regel sind die Tagesabläufe von JournalistInnen und RedakteurInnen sehr eng getaktet. Für ein Interview wird je nach Länge des Artikels oft nur eine halbe Stunde eingeplant. Je weniger Zeit Sie also haben, desto weniger können Sie über Ihre Brand und ihre Besonderheiten sprechen, ins Detail gehen oder Anekdoten erzählen. Natürlich kann es immer mal vorkommen, dass einem etwas dazwischen kommt. In diesem Fall: Kontaktieren Sie unmittelbar die Person und falls Sie es gar nicht schaffen sollten, schlagen Sie gleich einen neuen Interviewtermin vor. Das zeigt Initiative.

 

Schlechte Vorbereitung

Gut vorbereitet zu einem Interview zu erscheinen scheint jedem klar zu sein. Doch was bedeutet eigentlich „gut vorbereitet“? Schreiben Sie sich im Vorfeld die Fragen auf, bei denen Sie denken, dass sie Ihnen gestellt werden und versuchen Sie diese schon vorab zu beantworten. So haben Sie für die ersten Minuten schon die richtigen Worte parat. Achtung: Vorbereitung bedeutet nicht auswendig lernen. Es soll trotzdem noch natürlich und authentisch sein. Ein Leitfaden soll Ihnen lediglich dabei helfen, in das Gespräch einzusteigen. Es können Basisfragen, aber auch ganz gezielte Fragen etwa zu Ihrer Philosophie, Struktur oder auch Positionierung sein. Bei den Einstiegsfragen handelt es sich meistens um welche wie: Wann und warum haben Sie Ihr Business gelauncht? Was macht Ihre Marke einzigartig? Warum haben Sie diesen Vertriebsweg gewählt und welche Vorteile hat dies für Ihr Unternehmen? Solche Fragen mögen zwar banal erscheinen, doch sind sie für JournalistInnen wichtig, um Ihre Brand in einen Kontext zu setzen.

 

Auf Redundanz verzichten

Worauf Sie hier achten sollten, ist, nicht jedem Magazin oder Redakteur haargenau dieselbe Antwort zu liefern. Natürlich können Sie Ihre Geschichte nicht komplett neu erzählen und sollten auch nichts erfinden. Dennoch ist es wichtig, sich zu überlegen, wie Sie differenziert auf Fragen antworten können. Hat sich Ihr Unternehmen seit Ihrem letzten Interview möglicherweise in eine andere Richtung entwickelt? Dann erzählen Sie von der Veränderung. Sie haben ein neues spannendes Produkt? Berichten Sie über den Prozess und wie dieses Produkt Ihr Sortiment ergänzt. Gerade bei schriftlichen Interviews sind Copy-Paste-Antworten ein absolutes No-Go.

 

Overstatements vermeiden

Leidenschaft für Ihre Marke und Ihr Produkt ist essenziell und es ist ungemein wichtig, sich gut verkaufen zu können. Dennoch sollten Sie vermeiden, zu Hyperbeln zu greifen. Übertreibungen wie „nur die besten Inhaltsstoffe“, „von extrem hoher Qualität“, „auf höchstem Niveau“ und ähnliche Ausdrucksweisen sind nicht nur inflationär, sie sagen zudem auch sehr wenig aus. Sie haben eine Innovation? Gut! Dann erklären Sie ganz konkret, was diese ausmacht und gehen Sie gerne ins Detail. Fürchten Sie sich nicht davor, zu komplex zu werden. Dies zeigt lediglich, dass Sie genau wissen, wovon Sie sprechen. Übrigens gilt dies auch umgekehrt: „natürliche Zutaten“ sind schön und gut, aber nennen Sie diese beim Namen und erklären gleich mit, warum genau diese Inhaltsstoffe zum Beispiel gesunde Haut oder kräftigere Haare begünstigen.

 

Die rosarote Brille aufhaben

Sie sind GründerIn, Sie führen ein Unternehmen – da kann nicht immer alles wie geschmiert laufen. Wenn Ihnen etwas unangenehmere Fragen gestellt werden oder Sie über Hürden sprechen müssen: Seien Sie ehrlich und offen für solch einen Austausch. Geben Sie Ihre Schwächen zu und erklären Sie, wie Sie die Hindernisse überwunden haben. Oder das in Zukunft tun wollen. Seien Sie eine Inspiration für andere GründerInnen, denn zu 99 % haben andere dasselbe erlebt wie Sie.

 

Ihre „Time to shine“ nicht auskosten

In einem Interview geht es im Wesentlichen nur um eines: Sie. Nutzen Sie das aus! Gerade bei schriftlichen Interviews haben Sie die Möglichkeit, lange und spannende Antworten zu liefern und auch ohne persönliches Treffen ein allumfassendes Bild von Ihnen und Ihres Unternehmens zu liefern. Lassen Sie keine auf den ersten Blick „unwichtigen“ Details aus, sondern geben Sie so viel wie möglich preis. Verzichten Sie auf oberflächliche Antworten und beweisen Sie, warum Ihre Brand es wert ist, gefeatured zu werden. Je mehr Sie erzählen, desto spannender ist es für den/die Redakteur/-in und am Ende für die Leser – und damit potenzielle KundInnen. Denn JournalistInnen sind zwar wortgewandt, aber auch sie können nur mit dem Material arbeiten, was Ihnen gegeben wird. Ähnlich wie bei einer Pitchdeck-Präsentation für Investoren ist dies Ihr Moment, um sich bei Ihrem Gegenüber von der besten Seite zu präsentieren und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Nutzen Sie den Moment!

 

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