Wenn Luxus und Nachhaltigkeit eine Allianz bilden: La Bouche Rouge

Während Lidschatten nur im Duo mit Mascara richtig zur Wirkung kommt, und Rouge ohne den „Partner in Crime“, die Foundation, nur die halbe Strahlkraft besitzt, gibt es ein Produkt, dass Träger im Nu transformiert. Sogar im Alleingang. Die Rede ist vom Lippenstift, dessen Revolution die Gründer der Newcomer Brand La Bouche Rouge mit nachhaltigen, luxuriösen Refill-Lippenstiften, die weder den Trägerinnen noch dem Planeten schaden, anführen. 

Welche Macht von dem kleinen, vor Tausenden Jahren entstandenen Kosmetikprodukt ausgeht, wissen auch Händler. So schmücken ganze Reihen der unterschiedlichsten Farbnuancen Parfümerie, Department Stores und Beauty-Concept-Shops. Doch auch in diesem Segment kündigt sich ein Wandel an: Gefragt sind kreative, innovative Konzepte, die Konsumenten einen Mehrwert bieten. Solche, die beweisen, dass Markengründer mitdenken, ihre Zielgruppe wirklich verstehen und vor allem die Strömungen der Zeit reflektieren. Auf einen weiteren regulären Lippenstift hat schließlich niemand mehr gewartet. Eine Vorzeigebrand, die gerade international für Aufsehen sorgt und eine kleine Revolution ausgelöst hat, ist La Bouche Rouge. 2017 gründeten Nicolas Gerlier und Ezra Petroni, der die Marke kreativ leitet, das Label in Paris. „Den besten Lippenstift-Moment hatte ich in den 90ern in New York in einer Warhol-Polaroid-Ausstellung. Ich war noch jung, aber ich war völlig vernarrt in seine Bilder“, so Nicolas Gerlier. „Lippenstift zaubert Licht in jedes Gesicht. Es ist hypnotisch”. 

Zwei Jahre tüftelte das Duo an der Brand, bevor sie diese launchten. Supermodel Anja Rubik, Schauspielerin Chloé Sevigny oder Modejournalistin Garance Doré kreierten schon ganz eigene Farben. Hinzu kommen 32 unschuldige bis verführerische Nuancen, die sich etwa „Pop Art“, „Innocent“ oder „70ies America“ nennen. „Rot ist viel mehr als nur eine Farbe. Dahinter steckt eine besondere Energie, eine, die den Trägern Selbstbewusstsein verleiht, den eigenen Standpunkt zu vertreten. Rot steht für die Weiblichkeit, Leidenschaft, Ausdruck: Für mich ist es die Farbe des Lebens“, erklärt Nicolas Gerlier. 

Bekennender Fan von La Bouche Rouge: Journalistin Garance Doré wurde sogar eine eigene Farbe gewidmet.

Perfekt kombiniert La Bouche Rouge französisches Savoir-vivre, zukunftsorientierte Innovationen mit verantwortungsbewusster Nachhaltigkeit und trifft damit den Zeitgeist. Denn Konsumenten wollen sich heute nicht mehr nur mit leuchtenden Farben zufriedengeben, die Allianz aus Nachhaltigkeit, Luxus und Stil ist mindestens genauso wichtig, wie gut auszusehen. Das weiß auch der 39-jährige, denn schließlich war nachhaltiges und luxuriöses Make-up damals eine Marktlücke.

„Unsere Produkte sind pur, aber sie sind deswegen nicht schlechter.“ – Nicholas Gerlier 

Alle Inhaltsstoffe der Lippenstifte werden sorgfältig von den beiden Gründern kuratiert und sind ausschließlich clean und vor allem weder schädlich für die Träger noch für die Umwelt. Trotzdem sind es nicht nur natürliche Inhaltsstoffe, die La Bouche Rouge nutzt. „Minerale sind nicht synthetisch hergestellt, aber sie können gesundheitsschädlich sein“, so der Unternehmer, der zuvor über zehn Jahre im Beauty-Business tätig war, zuletzt bei LOréal Luxe. Konservierungsmittel ersetzte die Brand mit Antioxitdantien. Bienenwachs wurde durch eine pflanzliche Alternative ausgetauscht, da Gerlier „die Ausnutzung der Tiere durch die Kosmetikindustrie – auf Kosten des Planetens“ mächtig gegen den Strich ging. Und natürlich werden auch keine Parabene und kein Paraffin verwendet. „Unsere Produkte sind pur, aber sie sind deswegen nicht schlechter. Wir verwenden genauso viele Farbpigmente wie andere Brands, die Qualität ist auf höchstem Standard, wie auch der Tragekomfort“, erklärt er.

36 Euro kostet ein La Bouche Rouge Lippenstift, mit Refill-Case 125 Euro.

Während sich viele Labels mit nachhaltigen Versprechen schmücken, achtet das heute 15-köpfige Team darauf, dass tatsächlich alle einzelnen Schritte – vom Design bis hin zur Produktion – den neuen Standards der Nachhaltigkeit folgen. So entwickelte das La-Bouche-Rouge-Team zuallererst eine wiederverwendbare Edelstahlhülse, den Drehkörper und Aufbewahrungsort des eigentlichen Lippenstifts. Diese wurde extra so konzipiert, dass sie wiederverwendet werden kann: mithilfe eines innovativen, speziell kreierten „Dry Cleaning“-Prinzips wird die Edelstahlhülse gereinigt und einfach mit der Lieblingsfarbe wieder aufgefüllt. Eine schlaue Alternative, schließlich landen diese „Drehkörper“, die bisher fast immer aus Silikon bestehen, nach dem Verbrauch auf dem Müll.

Nachhaltigkeit und Luxus passen sehr gut zusammen – das weiß auch der Gründer von La Bouche Rouge, Nicholas Gerlier.

 Generell wird nur in kleinen Mengen produziert, um eine Überproduktion zu vermeiden und so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Eines der internen Ziele lautet nämlich „den Müll einer Woche in einen kleinen Karton packen zu können“. Plastikflaschen und -teller kommen La Bouche Rouge gar nicht erst in Ateliers: „Wir müssen alle unsere Angewohnheiten ändern – es gibt keinen Plan B für diesen Planeten“, so Nicholas Gerlier. Kein schlechter Ansatz, schließlich gehört die Kosmetikindustrie gerade wegen des hohen Plastikeinsatzes zu den verschmutzendsten überhaupt: angefangen beim Packaging bis hin zu Mikroplastik, das nicht nur das Wasser verpestet, sondern auch schädlich für den Menschen ist. „Als moderne Marke ist es die größte Herausforderung, Müll zu reduzieren und Einmalplastik-Produkte zu verbannen. Genau das möchte die moderne Frau konsumieren: Produkte, die sie und den Planeten nicht schädigen.“ 

„Man muss heute keine Kompromisse mehr machen. Sexappeal und Nachhaltigkeit geben sich heute die Hand.“ – Nicholas Gerlier

Zwar bietet die Brand zwar noch immer mit feinstem Leder ummantelte Lippenstift-Cases an, aber es gibt auch eine vegane Variante. Rat suchte das Duo bei keiner Geringeren als Modeikone und Umweltaktivistin Stella McCartney für eine tier- und mikroplastikfreie Variante aus recyceltem Polyester. „Made in France“ ist diese heute sogar preisgekrönt. „Stella hat uns geholfen, das perfekte Material zu finden. Nachhaltige Schönheitsprodukte sollten perfekt zwischen Beauty, Produkt-Performance und Nachhaltigkeit balancieren. Ich glaube, dass wir ein Verlangen nach einer neuen Art des Konsums kreieren können und bin überzeugt, dass dies gerade durch schön designte Objekte geschehen kann.“ Sicherlich ein hoch gestecktes Ziel, trotzdem ist Nicholas Gerlier auf dem richtigen Weg. Denn er trifft mit seinem Team und La Bouche Rouge ganz sicher den Zeitgeist: „Man muss heute keine Kompromisse mehr machen. Sexappeal und Nachhaltigkeit geben sich heute die Hand.“ Schön und gut, könnte man sagen.